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Dinslaken
Unterschriften gegen Standort-Aufgabe

Dinslaken. Die Eheleute Karl-Heinz und Heide Abele starten Aktion für den Erhalt des Sparkassen-Selbstbediendungs-Centers am Dinslakener Altmarkt. Unterschriftenlisten sollen Mitte Oktober dem Vorstand des Geldinstituts übergeben werden. Von Heinz Schild

Dass die Sparkasse Dinslaken-Voerde-Hünxe ihr Selbstbedienungs-Center am Altmarkt aufgibt und nicht mehr öffnet, das wollen die Eheleute Heide und Karl-Heinz Abele nicht einfach hinnehmen. Die beiden Senioren, die in der Altstadt wohnen, haben nun eine Aktion gestartet und sammeln Unterschriften gegen die Pläne des Geldinstituts. Listen, in die sich die Gegner der beabsichtigten Schließung eintragen können, liegen in Geschäften am Altmarkt, der Duisburger Straße und einigen in diesem Bereich ansässigen Gaststätten - wie Schnier und Stadtgespräch - aus. "Alles, was wir wollen, ist bereits vorhanden", sagt Heide Abele, "denn wir verlangen keine neue Geschäftsstelle, sondern dass das Sparkassen-Center am Altmarkt wieder belebt und geöffnet wird." Und mit dieser Forderung spricht die Senioren, die im Dinslakener Heimatverein aktiv ist und sich lange Zeit als Sozialdemokratin in der Kommunalpolitik engagiert hat, etlichen Bürgern aus dem Herzen.

Was die Eheleute Abele verärgert, ist, dass das Sparkassen-SB-Center am Altmarkt nun ganz aufgegeben werden soll. Vor einigen Wochen war die Selbstbedienungsfiliale, die mit Kontoauszugsdrucker, Geldautomat und Kontoserviceterminal ausgestattet ist, geschlossen worden. Wegen einer technischen Störung hieß es damals. Später räumte das Geldinstitut ein, dass die Schließung andere Gründe hatte. Obdachlose hatten das Altmarkt-Center als Unterkunft benutzt, dort ihre Notdurft verrichtet und die Automaten mit Fäkalien beschmiert. Die Reinigungskräfte weigerten sich schließlich, die Filiale zu säubern. Ein Sicherheitsdienst wurde eingesetzt und die Polizei alarmiert. Der erhoffte Erfolg blieb allerdings aus, das Center wurde zuerst vorübergehend geschlossen, später entschloss der Sparkassenvorstand sich, den Altmarkt-Standort aufzugeben. Es hagelte Proteste von betroffenen Kunden der Sparkasse und Geschäftsleuten aus der Altstadt. "Viele Menschen sind nicht immer mobil und können nicht mal eben zu einer anderen Sparkassen-Filiale gehen", sagt Heide Abele, die die drohende Standort-Aufgabe nicht hinnehmen will. Die Sparkasse hat nach ihren Worten eine "soziale Verpflichtung", sie müsse dafür sorgen, dass alle sozialen Schichten ihre Geldangelegenheiten erledigen können. Es gehe schließlich nicht nur um Gewinnmaximierung.

Die Aktion soll nach den Worten von Heide Abele bis Mitte Oktober andauern, dann wollen die Eheleute die gesammelten Unterschriften für den Erhalt des Altmarkt-SB-Centers dem Sparkassen-Vorstand überreichen.

Das Geldinstitut hält allerdings weiterhin an seinen Aufgabeplänen fest, wie Oliver Joschko, Pressesprecher der Sparkasse, gestern auf Anfrage erklärte. Demnächst sollen die Sparkassen-Außenreklame am Altmarkt entfernt und die Räumlichkeiten dann ausgeräumt und aufgegeben werden.

Quelle: RP
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