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Dinslaken
Unterstützung für Eltern, die sich in einer schwierigen Phase befinden

Dinslaken. Arbeiterwohlfahrt bietet "Frühe Hilfen" während der Schwangerschaft und nach der Geburt an. Beratungsstellen erweitern Angebot - auch in Dinslaken.

Die Beratungsstellen der Arbeiterwohlfahrt (Awo) für Schwangerschaft und Sexualität im Kreisverband Wesel haben ihr Angebot rund um die "Frühen Hilfen" erweitert, um (werdende) Eltern zu unterstützen. Das erläuterten gestern Leiterin Stephanie Walbrunn und Mitarbeiterin Anja Krebs in der Beratungsstelle für Schwangerschaft und Schwangerschaftskonflikte, Familienplanung, Sexualität und Partnerschaft an der Hünxer Straße 37.

Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und "junge" Elternschaft sind für die Betroffenen mit vielen körperlichen, sozialen und seelischen Veränderungen verbunden. Manchmal entstehen daraus unerwartet Belastungen, denn nicht jede Schwangerschaft verläuft wie erhofft. Manche Frauen geraten nach einer Geburt in eine seelische Krise. Gefühle von Selbstzweifeln und Schuld können es schwierig machen, den Alltag zu bewältigen und eine liebevolle Beziehung zu dem Kind aufzubauen.

Oder die Eltern haben das Kind während der Schwangerschaft oder Geburt verloren. Solch ein Verlust löst Trauer und andere belastende Gefühle aus. "Oft ist das Sprechen über dieses Trauma ein Tabu und eine Krise ist schwer, alleine zu bewältigen", weiß Stephanie Walbrunn. Dann könne Unterstützung von außen hilfreich sein, "etwa in Form von traumasensibler Beratung und Begleitung", erklärt Anja Krebs, fortgebildete Fachfrau für Traumaberatungen.

Die Ratsuchenden erfahren in der Beratung Techniken zur innerlichen Distanzierung von den belastenden Erlebnissen und Erinnerungen und gewinnen ihre Eigenkontrolle zurück, um zwischen dem "Früher" und "Heute" unterscheiden zu können. Krebs appelliert, sich "rechtzeitig Hilfe zu holen, um diese Dinge zu integrieren und abzuschließen". Auch mit Gynäkologen stehen die Awo-Beratungsstellen im Kontakt. Die gesamte Form der Unterstützung sei ein wichtiger Baustein im Bereich der "Frühen Hilfen", betont Stephanie Walbrunn. Die Angebote richteten sich an Schwangere, werdende Väter und auch Eltern mit Kindern bis zu drei Jahren. Werdende Eltern sollen durch die Beratungen gestärkt und deren Kompetenzen erweitert werden. "So können Eltern ihre Kinder in deren Entwicklung fördern, was umso wirkungsvoller ist, je früher es beginnt."

Auch die Vernetzungsarbeit werde in der Awo-Beratungsstelle groß geschrieben. "So ist eine Familienhebamme mit im Haus, die bei den Gesprächen dabei ist", erklärt Walbrunn. Im Erstgespräch gehe es darum: "Mit welcher Geschichte kommen diese Menschen zu uns?" Die längerfristige Beratung finde alle 14 Tage statt. Termine sind in der Regel kurzfristig möglich und können unter Telefon 02064 621840 oder 0281 3389512 vereinbart werden.

(P.N.)
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