| 00.00 Uhr

Voerde
Veranstalter zieht eine eher durchwachsene erste Bilanz

Voerde. Beim Voerder Schlossabend am Sonntag setzten Michael Steinke, Dirk & Daniel sowie die Travestie-Truppe "La Diva" den Schlussakkord.

Bevor es am Voerder Wasserschloss jetzt wieder ruhig und beschaulich zugehen darf, wurde am letzten Schlossabend ein pompöser Schlussakkord gesetzt. Pompös deshalb, weil mit der Travestie-Revue von La Diva so viel Glitzerkostüm über die Bühne huschte, dass das Publikum mit Sonnenbrillen gut beraten gewesen wäre. Pompös deshalb, weil die waghalsigen Einlagen der Artisten Dirk & Daniel zu einer Show verschmolzen, die ganz ohne Glitzer begeisterte. Und pompös auch deshalb, weil Comedian Michael Steinke mit dem ganzen Pomp der heutigen Zeit überhaupt nichts anfangen konnte.

Dirk Elfgen und Dirk Wennmann freuten sich, dass sie nach "vier emotionalen Tagen" so eine bunte Mischung unterschiedlichster Künstler zum letzten Tanz aufbieten konnten. War es in den vergangenen Tagen vor allem musikalisch am Schloss hoch her gegangen, standen am Sonntag Showexperten auf der Bühne, deren musikalisches Talent das ein oder andere Mal durchblitzte, deren Königsdisziplin jedoch als Lachmuskeltherapie tituliert werden könnte. Solist Michael Steinke kam zuerst auf die Bühne, um dem Voerder Publikum den letzten Abend am Schloss zu versüßen. Für jemanden, der seine Kunst als Stand Up Tragedy bezeichnet, gelang das dem Düsseldorfer ausgezeichnet. Steinke entpuppte sich als großer Haderer.

Dirk & Daniel, die beiden Artisten norddeutscher beziehungsweise Schweizer Prägung, gaben an diesem Abend weniger nachdenklichen Input an das Publikum weiter. Stattdessen changierten die beiden zwischen gefahrenreicher Jonglage, Magie-Klamauk und charmanten Spielchen, die auf viel Gegenliebe stießen.

Wer sich nichts darunter vorstellen konnte, wie man eine Lücke wegjongliert oder eine Zigarette aus dem Mund eines mutigen Freiwilligen kegelt, wurde hier erhellt und erheitert.

Die fünf Diven um Sandy Crawford schillerten dann in ihren aufwändigen Kostümierungen vermutlich bis nach Orsoy und sorgten dort für Verblendung. "The first ladies of travestie" demonstrierten im Folgenden, warum "Männer doch die besseren Frauen sind". Mit Interpretationen von Trude Herr, Cascada und deutscher Schlagermusik eroberten die Damen das Voerder Publikum.

Auch wenn der große Strich noch nicht gezogen wurde, wagt Dirk Wennmann, einer der beiden Schlossabende-Veranstalter, gestern ein erstes Fazit: Aufgrund der unbeständigen Wetterlage habe man mit dem Blick auf die Zuschauerzahlen lange gebibbert, am Ende könnte man nun aber womöglich doch mit einer Schwarzen Null dastehen, so Wennmann. Wie schon im vergangenen Jahr war die ausverkaufte White Night am Freitag der Besuchermagnet schlechthin, auch der Comedy-Abend am Sonntag fand wieder viele Freunde. Bei den Besucherzahlen rangiert der Musicalabend auf Platz drei, die Schlagershow auf Platz vier und das Schlusslicht bleibt der Klassikabend, obwohl man ihn in diesem Jahr jünger konzeptioniert hatte.

Ohne ins Detail gehen zu wollen, liegt wohl die Hauptursache für nicht in allen Bereichen zufriedenstellende Zahlen auf der Hand: "Wir hatten vorher acht Wochen lang unbeständiges Wetter mit Gewittern und Starkregen, da war den Leuten einfach nicht danach, sich fest etwas vorzunehmen", so Wennmann. Ob es die Schlossabende im kommenden Jahr wieder geben wird, ist wesentlich von zwei Faktoren abhängig: den Sponsoren und der noch nicht entschiedenen Frage der Sondernutzungsgebühren. "Das ist für uns ein Riesenproblem", so Wennmann.

(D.K./kub)
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Voerde: Veranstalter zieht eine eher durchwachsene erste Bilanz


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.