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Voerde
Verlässt die Kämmerin Voerde?

Voerde. Simone Kaspar will sich nach Gremiensitzungen äußern. Von Heinz Schild

Es deutet einiges darauf hin, dass im Verwaltungsvorstand der Stadt Voerde personelle Veränderungen anstehen. Kämmerin Simone Kaspar scheint auf dem Absprung zu sein und sich anderweitig beworben zu haben. Darauf von der Rheinischen Post angesprochen, wollte die Voerder Finanzexpertin sich gestern nicht positionieren. "Ich werde darüber informieren, wenn die Gremiensitzungen stattgefunden haben", sagte die Kämmerin. Bevor es allerdings soweit sei und sie Stellung beziehe, habe sie noch einige "persönliche Dinge zu regeln". Doch kündigte sie an, dass es möglicherweise nicht mehr lange dauern werde, bis sie sich erkläre.

Den möglicherweise bevorstehenden Wechsel der Kämmerin wollte Bürgermeister Dirk Haarmann noch nicht kommentieren. "Ich verfüge über alle relevanten Informationen", erklärte der Verwaltungschef, denn innerhalb des Verwaltungsvorstandes werde ein sehr "vertrauensvoller Umgang" miteinander gepflegt.

Simone Kaspar trat ihr Amt als Beigeordnete der Stadt Voerde im Januar 2012 an, nachdem sie im Oktober 2011 vom Voerder Stadtrat mit deutlicher Mehrheit gewählt worden war und sich gegen den Kandidaten der SPD hatte durchsetzen können. Damals kam die heute 47-jährige Kaspar vom Kreis Rechklinghausen, wo sie als Leiterin des Fachdienstes Zentrale Aufgaben und Organisation, tätig war. Der damalige Fraktionsvorsitzende der CDU, Hans-Dieter Langenfurth, hatten die Dinslakenerin für die Dezernentenstelle benannt. Ursprünglich wollte die SPD sie mittragen, hatte dann aber kurzfristig einen eigenen Kandidaten ins Spiel gebracht, der sich nicht hatte durchsetzen können. Obwohl sie nicht Mitglied der CDU ist, stand Kaspar damals den Voerder Christdemokraten lange Zeit sehr nahe. Schließlich kandiderte sie als Bürgermeisterin und wollte die Nachfolge von Leonhard Spitzer (CDU) antreten. Sie unterlag bei den Wahlen allerdings dem Sozialdemokraten Dirk Haarmann, der im Mai 2014 mit fast 60 Prozent der Wählerstimmen auf den Chefsessel im Voerder Rathaus gewählt wurde. Simone Kaspar, die damals von CDU und FDP unterstützt wurde, erreichte nur knapp 29 Prozent. In der Folgezeit entfremdeten sich Kaspar und CDU, weil ihre politischen Ausrichtungen in wichtigen Punkten unterschiedlich waren und nicht mehr zusammenpassten. Weil die CDU für alle deutlich spürbar auf Distanz zur Kämmerin gegangen ist, wurde ihre für 2020 anstehende Wiederwahl unwahrscheinlich, was sie bewogen haben wird, sich auf eine neue Stelle zu bewerben.

In Voerde wird immer mal wieder die Frage gestellt, ob der 1. Beigeordnete Wilfried Limke, der bis Ende 2022 gewählt ist, seine Amtszeit vollmachen wird oder ob er vorher in den Ruhestand tritt. Limke wollte die Möglichkeit einer vorzeitigen Beendigung seiner Amtszeit gestern nicht kommentieren.

Quelle: RP
 
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