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Dinslaken
Verwaltung will Naturbad in Hiesfeld

Dinslaken: Verwaltung will Naturbad in Hiesfeld
Wasser im Freibad Hiesfeld gab's in dieser Saison nur nach den großen Unwettern im Mai, als der Regen das Becken ein bisschen füllte. Wenn's nach der Dinslakener Verwaltung geht, soll das Bad jetzt zum Naturbad umgestaltet werden. FOTO: Martin Büttner
Dinslaken. Das Bädergutachten ist da. Am Montag ist es Thema im Sportausschuss. Die Verwaltung hat bereits ihre Schlüsse gezogen und schlägt der Politik vor, das Hiesfelder Freibad zu einem Naturbad umzubauen. Von Jörg Wener

Spätestens als das Hiesfelder Freibad in dieser Saison dicht blieb, weil die marode Filteranlage den Betrieb verhinderte, war klar, dass die Dinslakener Bäderlandschaft neu und auf die Zukunft ausgerichtet sortiert werden muss. Also gab die Politik ein Gutachten in Auftrag. Die Ergebnisse liegen jetzt vor. Der wichtigste Schluss, den die Verwaltung aus ihnen zieht: Das Hiesfelder Bad soll erhalten bleiben. Als Naturschwimmbad. Die Sanierung des Bades würde laut Gutachten gut drei Millionen Euro plus Merhwertsteuer kosten. Ein Naturbad ist mit Kosten von rund 2,44 Millionen Euro preiswerter. "Mit Blick auf die deutlich geringeren Investitions- und Betriebskosten wird seitens der Verwaltung die Errichtung eines Naturfreibades am Standort des jetzigen Freibads in Hiesfeld vorgeschlagen", heißt es deswegen in der Vorlage, mit der die Verwaltung die Politik in die Beratung schickt.

Dass es eine noch preiswertere Variante gebe - die Errichtung eines neuen Außenbeckens am DINamare mit Kosten von gut zwei Millionen Euro plus Mehrwertsteuer - erwähnt die Verwaltung mit einem Halbsatz. Dass die Gutachter darauf hinweisen, dass der Betrieb eines Naturbades mit beachtlichen Risiken verbunden ist, stellt die Verwaltung zwar dar, hindert sie aber nicht an ihrem Beschlussvorschlag.

Das Gutachten weist daraufhin, dass es bei einem Naturbad zur Keimbelastung durch Wasservögel kommen könnte. Enten und Gänse müssten vertrieben werden, da ansonsten auffällige mikrobiologische Befunde auftreten könnten, die zu einer Schließung des Bades führen würden. Wassertrübungen mit der Folge, dass das Bad geschlossen werden müsste, könnten auch noch aus anderen Gründen - beispielsweise biologischer Natur - auftreten. Wie sie solche unerwünschten Effekte in den Griff bekommen will, verrät die Verwaltung nicht, so dass es interessant sein dürfte, die Ansichten der Gutachter, die im Sportausschuss ihre Expertise vorstellen und erläutern werden, zu dieser Thematik zu hören.

Welche Schlüsse die Verwaltung sonst noch aus dem Gutachten zieht:

- Eine Natursauna im Naturbad, wie sie etwa von den Grünen ins Gespräch gebracht worden ist, soll es nicht geben. Eine solche Sauna erfordere angesichts einer eher geringen Nutzerzahl hohe Investitions- und Personalkosten. Auch ein Ganzjahresbetrieb ist nach Ansicht der Gutachter zu kostenintensiv.

- Das Lehrschwimmbecken im unter Denkmalschutz stehenden Gebäude an der Bismarckstraße ist marode. Eine Sanierung schlüge laut Gutachten mit knapp 1,3 Millionen Euro zu Buche. Deutlich preisgünstiger wäre die Umgestaltung zu einer Gymnastikhalle. Diese Lösung, die knapp 797.000 Euro kostet, wird deswegen von der Verwaltung in ihrem Beschlussvorschlag präferiert.

- Als Ersatz für das wegfallende Lehrschwimmbecken soll ein weiteres Lehrschwimmbecken am DIN-amare mit einer Größe von 16 mal 10 Metern gebaut werden. Die Kosten dafür beziffert das Gutachten mit rund 3,8 Millionen Euro.

Die Investitionskosten für die Umgestaltung des Lehrschwimmbeckens an der Bismarckstraße sollen über den städtischen Haushalt finanziert werden. Auch die Betriebskosten, die sich allerdings laut Verwaltung von 125.000 Euro auf 65.600 Euro pro Jahr halbieren. Auch den Bau des Naturbades würde die Stadt übernehmen, den Betrieb aber der Dinbad als hundertprozentiger Stadtwerke-Tochter überlassen. Der Bau und der Betrieb des neuen Lehrschwimmbeckens würde auf Kosten der Dinbad abgewickelt. Allerdings macht die Verwaltung klar, dass die finanziellen Belastungen, die die Dinbad zu stemmen hätte, "nicht zu einer Verringerung der Ausschüttung der Stadtwerke an die Stadt und somit zu einer Verschlechterung des kommunalen Haushalts führen dürfen".

Der Sportausschuss trifft sich am Montag, 21. November, im Rathaus. Die öffentliche Sitzung beginnt um 17 Uhr.

Quelle: RP
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