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Hintergrund
Voerde an sieben Gesellschaften beteiligt

Dinslaken. Nicht alle Beteiligungen bringen Dividenden ein. Der Flugplatz Schwarze Heide ist ein Zuschussbetrieb. Von Heinz Schild

VOERDE Ähnlich großen Unternehmen besitzt auch die Stadt Voerde Beteiligungen an Gesellschaften. Welche das sind, darüber informieert der Beteiligungsbericht der Kommune, der jährlich erstellt wird und unter anderem aufklärt über Ziele der Beteiligung, die Entwicklung der Bilanzen sowie über Gewinn- und Verlustrechnungen.

Im Geschäftsjahr 2014, über das der aktuelle Beteiligungsbericht der Kommune Aufschluss gibt, war die Stadt an insgesamt sieben Gesellschaften beteiligung. Es sind dies der Kommunalbetrieb Voerde (KBV) mit einem städtischen Anteil von 100 Prozent - entspricht 20 Millionen Euro; die Wasserversorgung Voerde GmbH (WVV), Anteil 50 Prozent, 1,3 Millionen Euro; die Hafengesellschaft DeltaPort (Anteil 8,8 Prozent; 88.000 Euro); die DeltaPort VerwaltungsGmbH (8,8 Prozent, 2200 Euro); die Wohnbau Dinslaken (12,75 Prozent, 767.000 Euro); die Flugplatzgesellschaft Schwarze Heide (fünf Prozent, 1278,23 Euro); die DINKOMM (4,6 Prozent, 15.000 Euro).

Es gibt Beteiligungen, die machen dem Besitzer Freude, weil die Unternehmen Gewinn erwirtschaften und die Anteilseigner eine Dividende auf ihr eingesetzes Kapital erhalten. Aber es gibt genauso Beteiligungen, die keinen Anlass zur Freude bieten, da die Gesellschaften Verluste machen, die durch die Anteilseigner ausgeglichen werden müssen. Das Voerder Portfolio enthält Beteiligungen dieser beiden Arten.

Zur Gruppe der Beteiligungen, von denen man sich lieber heute als morgen trennen würde, gehört die Flugplatzgesellschaft Schwarze Heide, denn diese ist ein Zuschussbetrieb. Über einen Verkauf des Anteils wird deshalb nicht erst neuerdings nachgedacht, doch hat sich bislang noch kein Interessent gefunden.

Gleichberechtigte Partner mit einem Anteil von jeweils 50 Prozent an der WVV, die die Stadt Voerde mit Trinkwasser versorgt und die dafür notwendigen Versorgungsanlagen betreibt, sind Voerde und die Gelsenwasser AG. Die Dividende, die Voerde nach Abzug aller Steuern erhält, beträgt rund 110.000 Euro. An der Hafengesellschaft DeltaPort sind neben Voerde auch der Kreis Wesel sowie die Stadt Wesel beteiligt. Das Unternehmen entwickelt die Häfen Emmelsum, Rhein-Lippe und den Stadthafen Wesel mit den dazugehörenden Schienennetzen. Der Jahresüberschuss wird mit 30.000 Euro angegeben. Eine Dividendenzahlung ist nicht vorgesehen. Das gilt auch für die DeltaPort VerwaltungsGmbH.

Die Wohnbau Dinslaken zählt insgesamt sieben Gesellschafter, neben Voerde sind dies die Stadt Dinslaken, der Kreis Wesel, die Gemeinde Hünxe, Vivawest Wohnen, die Sparkasse Dinslaken-Voerde-Hünxe und die Provinzial Rheinland VersicherungsAG. Das wohnungswirtschaftliche Unternehmen erzielte im Geschäftsjahr 2014 einen Bilanzgewinn von über 6,3 Millionen Euro. Die Dividende, die Voerde erhält, beträgt fast 600.000 Euro.

An der Dinslakener Telekommunikations-Gesellschaft DINKOMM sind neben Voerde auch Dinslaken, die Stadtwerke Dinslaken als Hauptanteileigner sowie die Sparkasse Dinslaken-Voerde-Hünxe beteiligt. Das Unternehmen schloss das Geschäftsjahr 2014 mit einem Verlust von 11.000 Euro ab, der auf das Geschäftsjahr 2015 vorgetragen wurde, sich also nicht auf den Voerder Haushalt auswirkt.

Ein Verlustbringer ist die Flugplatzgesellschaft Schwarze Heide für ihre Anteilseigner: die Städte Voerde, Dinslaken und Bottrop, die Gemeinde Hünxe und der Kreis Wesel. Der Betriebskostenzuschuss, den Voerde für 2014 nachschießen muss, beträgt 14.000 Euro. Für den KBV enthält der Beteiligungsbericht 2014 wegen des ausstehenden Jahresabschlusses keine Angaben zum Jahresergebnis. Insgesamt hat Voerde über 22,17 Millionen Euro in seine Beteiligungen investiert und dafür rund 700.000 Euro Dividende im Berichtsjahr 2014 erhalten. Für den gleichen Zeitraum muss ein Zuschuss von 14.000 Euro an die Flugplatzgesellschaft gezahlt werden.

Quelle: RP
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