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Voerde
Voerde erteilt Pferdesteuer eine Absage

Voerde: Voerde erteilt Pferdesteuer eine Absage
Gegen die vorgeschlagene Einführung einer Pferdesteuer in Voerde demonstrierten gestern viele Männer und Frauen, Kinder und Jugendliche. Reitervereine aus Voerde und der Umgebung beteiligten sich an der Kundgebung vor dem Rathaus. FOTO: Martin Büttner
Voerde. Noch vor der Ratssitzung zeigten viele Reiter gestern Nachmittag auf dem Marktplatz Flagge und demonstrierten gegen die neue Steuer. Der Stadtrat lehnte deren Einführung mit großer Mehrheit ab, nur WGV und Linke stimmten dafür. Von Heinz Schild

Den Antrag hatte die Wählergemeinschaft Voerde (WGV) eingebracht und sich darin für die Erhebung einer Pferdesteuer in Voerde stark gemacht. Mit diesem Vorschlag löste sie einen wahren Sturm der Empörung bei Pferdefreunden und Kopfschütteln bei den meisten Ratsmitgliedern aus. Durchsetzen konnte die WGV sich mit ihrem Vorstoß nicht. Unterstützung bekam sie einzig von den Linken. Mit großer Mehrheit wurde der Antrag, der insgesamt fünf Ja-Stimmen erhielt, vom Rat abgelehnt.

Viele Pferdefreunde aus Voerde und der Umgebung waren dem Aufruf des Kreis-Pferdesportverbandes Wesel gefolgt, der für gestern Nachmittag, 16.30 Uhr, kurz vor Beginn der Ratssitzung, zu einer Demonstration auf dem Marktplatz eingeladen hatte. Dort versammelten sich die Gegner der neuen Steuer, darunter viele Kinder und junge Mädchen, Vertreter von Vereinen (wie beispielsweise Reiterverein Voerde, Reit- und Fahrverein Dinslaken-Hiesfeld, Reiterverein Lippe-Bruch Gahlen) und zeigten im wahrsten Sinne des Wortes Flagge. Denn zu ihrer Protestkundgebung gegen die angeregte Einführung einer Pferdesteuer in Voerde hatten sie die Vereinsstandarten mitgebracht und präsentierten sie. Nach der Demonstration gingen die Teilnehmer der Kundgebung ins Rathaus und nahmen als Zuschauer an der Sitzung des Kommunalparlaments teil. Doch es konnten nicht alle in den Sitzungssaal eingelassen werden, da sich in ihm aufgrund der Brandschutzvorgaben nur 199 Menschen aufhalten dürfen. Etliche der Besucher verfolgten die Sitzung deshalb auf dem Flur.

Die Einwohnerfragestunde wurde von Pferdefreunden genutzt, um gegen die neue Steuer zu wettern und deren Unsinnigkeit anzuprangern. Da berichtete eine junge Mutter von drei Kindern, dass ein altes, halbblindes Pony zur Familie gehöre. Komme die Pferdesteuer, dann sei das Tier nicht mehr zu finanzieren. Lutz Isselhorst, Schmiedemeister aus Möllen, erzählte von seinen Sorgen, die er sich um den Erhalt von Arbeitsplätzen in Pferdebetriebe mache, sollte die Steuer erhoben werden. Erika Artz, Vorsitzende der Pferdefreunde Emmelsum, sagte, dass 80 Prozent der Vereinsmitglieder Kinder sowie Menschen mit Behinderungen seien, die die Steuer empfindlich treffen würde. "Reiche Leute gibt es bei uns im Verein nun wahrlich nicht." Bürgermeister Dirk Haarmann stellte mehrfach klar, dass der Vorschlag zur Steuereinführung nicht von der Verwaltung gekommen sei. Christian Garden, Fraktionsvorsitzender der WGV, rechtfertigte den Antrag mit der Finanzmisere der Kommune. Die Erhebung der Pferdesteuer stelle für Voerde eine Möglichkeit dar, die Einnahmen zu verbessern. "Die Stadt kann auf keinen Cent verzichten", meinte Garden. Die große Mehrheit des Rates erteilte in der Abstimmung der neuen Steuer allerdings eine klare Absage.

Quelle: RP
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