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Dinslaken/Voerde
Voerde will keine Trasse entlang Spellener Bahn

Dinslaken/Voerde: Voerde will keine Trasse entlang Spellener Bahn
Im Bundesverkehrswegeplan in der Kategorie "vordringlicher Bedarf" eingestuft: Die Stadt Voerde lehnt diesen Trassenverlauf (rot) jedoch ab. FOTO: Hoffmann
Dinslaken/Voerde. Stadt lehnt den Neubau der B8 n zwischen Dinslaken und Wesel als "mit den örtlichen Belangen unverträglich" ab. Von Michael Turek

Als SPD-Bundestagsabgeordneter Hans-Ulrich Krüger kürzlich per Pressemitteilung verkündete, dass der Neubau der B 8 zwischen Dinslaken und Wesel komme, hatte er die Rechnung ohne die Stadt Voerde gemacht. Zwar wurde die neue Straße im Entwurf zum Bundesverkehrswegeplan 2030 in der Kategorie "vordringlicher Bedarf" eingestuft, mit dem Trassenverlauf ist die Stadt aber gar nicht einverstanden. Sie lehnt ihn "als mit den örtlichen Belangen unverträglich" ab.

Ab der Anschlussstelle der A 59 verläuft die neue Straße parallel zur Stadtgrenze Dinslaken/Duisburg bis zur Spellener Bahnlinie. Dieser folgt sie dann auf der östlichen Seite auf Voerder Gebiet bis etwa zum Hof Lohmann. Von dort ist die neue Straße, die zweispurig sein soll, deckungsgleich mit der Bahnlinie. Wie die Stadt Voerde in einer Vorlage für den Planungsausschuss schreibt, soll das andeuten, dass die Straße sowohl östlich als auch westlich der Bahnlinie denkbar wäre.

Nach der Querung des Wesel-Datteln-Kanals wird die Emmelsumer Straße erreicht und von da ab soll die Trasse vierspurig bis nach Wesel weitergeführt werden. Südlich von Wesel, hinter dem Lippeschlösschen, ist die Verknüpfung mit der B 58, der Südumgehung Wesel, vorgesehen.

Das Projekt ist aufgrund des guten Kosten-Nutzen-Verhältnisses vordringlich. Die Gesamtkosten werden mit 108,1 Millionen Euro (Preisstand 2014) angegeben. Die Bundesstraße 8 erfüllt eine überörtliche Verbindungsfunktion für Durchgangsverkehre. Für Dinslaken würde die neue Straße eine "erhebliche Entlastung des Allgemeinen Siedlungsbereiches bewirken". Aufgrund der Kooperation des Lippehafens mit dem Duisburger Hafen sowie durch Verkehre aus dem Gewerbe- und Industriebereich "Lippemündungsraum" zur A 59 hat die B 8 eine hohe überregionale Verkehrsbedeutung.

Durch die Verkehrsbelastung von bis zu 27.000 Fahrzeugen am Tag (DTV 2010) kommt es in der gesamten Ortsdurchfahrt Dinslakens zu erheblichen Rückstauproblemen. Diese führen zu Einschränkungen der Verkehrssicherheit und der Leistungsfähigkeit der Knotenpunkte. Auf weiten Teilen der B 8 kommt es zu erheblichen Überschreitungen der Auslösewerte der Lärmaktionsplanung. Eine bestehende Eisenbahnüberführung hat eine eingeschränkte Durchfahrtshöhe für Lkw, weswegen eine Umleitungsstrecke durch andere bewohnte Bereiche eingerichtet werden musste. Voerde lehnt die Trassenführung ab, da sie an mehreren Stellen nachhaltig die langjährig verfolgte städtebauliche Ausrichtung der Stadtentwicklung konterkariere. Wichtige Naturräume und Schutzräume würden in hohem Maße beeinträchtigt. Die Umweltverträglichkeitsstudie stamme aus dem Jahre 2003. Und die Verwaltung widerspricht dem Argument der Verkehrsbedeutung. Durch die K 12 sei ein verbesserter Anschluss vom Hafen Emmelsum an die A 3 geschaffen worden. Die Belastung der B 8 entstehe durch Berufspendler. Für die Hafenentwicklung sei sie ausreichend. Die Brücke in Dinslaken werde im Rahmen des Betuwe-Ausbaus angehoben, was das Problem mit der Durchfahrtshöhe löse.

Durch die neue Straße würden in Möllen regionale Radwegeverbindungen unterbrochen, der "Erholungsbereich des Wohnungswaldes verlärmt", heißt es in der Stellungnahme. Und die Trasse nehme die historische und gerade erst rekonstruierte Parkanlage des Wasserschlosses Voerde weitgehend in Anspruch, entwerte den für die gesamte Stadt Voerde bedeutenden intensiven Erholungsbereich. Seit dem 21. März läuft das Beteiligungsverfahren zum Entwurf des Bundesverkehrswegeplans. Da dessen Frist am 2. Mai endet, beschäftigt sich der Voerder Planungsausschuss damit. Termin: 19. April, 17 Uhr, Rathaus.

Quelle: RP
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