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Voerde
Voerder Geschichte in einer Glasvitrine

Voerde. Der Heimatverein hat einen Schaukasten im Foyer des Rathauses mit Ausstellungegenständen bestückt. Von Birgit Gargitter

Der Holm der Pfeife ist aus einfachem Holz, der ein wenig vergilbte Kopf aus Porzellan hat einen kleinen Sprung. Es ist ein kleiner Schatz, den der Heimatverein nun in seinem neuen Schaukasten im Foyer der Stadt Voerde ausstellt. Gehört und geraucht hat diese uralte, 50 Zentimeter lange Pfeife dereinst Voerdes unvergessener Heimatforscher Walter Neuse. Jahrelang hat er ehrenamtlich in Archiven, Familienchroniken und weiteren Unterlagen gestöbert und die Voerder Geschichte erforscht, Abhandlungen und Bücher verfasst. "Darüber hinaus ist er der Vater des bis heute gültigen Voerder Stadtwappens", erzählt Heimatvereinsvorsitzender Heinz Boß.

Nach dem Tod Neuses ging die Langstiel-Pfeife zusammen mit einem kleineren Gegenpol in den Besitz der Familie Schepers über - und nun an den Heimatverein. "Als der Heimatverein mit den Vorbereitungen für das Möllener Jubiläum beschäftigt war, las ich einen Artikel über Neuse und seine Pfeifen", berichtet Wilhelm Schepers. "Ich erinnerte mich an eine alte Kiste im Keller, deren Inhalt ich nach dem Tode meines Vaters nirgendwo zuordnen konnte. Gemeinsam konnten wir schließlich das Geheimnis jener Kiste entschlüsseln." Sein Vater, ein Pfeifensammler von Gottes Gnaden, habe die Pfeifen von Neuses Witwe erhalten. Nun aber gehört der Nachlass dem Heimatverein Voerde.

Im Schaukasten, erläutert Heinz Boß, sollten sich alle Ortsteile Voerdes wiederfinden, mit wechselnden Ausstellungsstücken. So stehen erst einmal einige Bücher über die Geschichte Voerdes, die "kleine" Version des Voerder Vogels, Fotografien vom Storchennest in Spellen sowie einige Tonscherben aus Stockum, die vermutlich aus dem 1647 abgebrannten Kloster Marienacker stammen. Die hat Friedhelm Werthmann beigesteuert, aus dem Nachlass des Gerichtsassessors Heinz Rühl. Mit dem Schaukasten im Foyer des Rathauses hat sich der Heimatverein Voerde nur einen seiner Wünsche erfüllt. Stelen und Schaukästen für alle historischen Gebäude sollen erstellt werden. Die Umsetzung ermöglicht dem Heimatverein zusammen mit der Stadt in diesem Jahr ein Förderprogramm. Für den 7. November hat der Heimatverein eine nochmalige Auflage der Nostalgiezugfahrt geplant. Dann mit einer Dampflok.

Als nächstes Highlight steht aber erst einmal die Fahrt mit der Weißen Flotte Wittenberg von Magdeburg nach Prag auf dem Programm. Die Hintour ist bereits ausgebucht, lediglich auf der Tour von Prag nach Magdeburg (15. bis 24. April) sind noch einige Restplätze frei. "Die Fahrt lohnt sich. Wer mitfahren will, kann sich bei uns unter Telefon 02855 3036389 melden", betont Heinz Boß.

Den drohenden Verlust des Weihnachtsmarktes möchte der Heimatverein so nicht hinnehmen und wird sich engagieren, versprach jetzt Vorsitzender Heinz Boß. Eine Idee haben der Heimatverein und der Förderverein Haus Voerde bereits gefunden: Am 3. Juni wird es auf dem Gelände des alten Wasserschlosses eine Benefizveranstaltung geben. Der Termin steht, das Programm sei ebenfalls in Teilen bereits umrissen, so Boß. An Feinheiten müsse noch gearbeitet werden, bevor das Gesamtereignis der Öffentlichkeit vorgestellt wird.

Quelle: RP
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