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Voerde
Vorleser suchen Verstärkung fürs Team

Voerde: Vorleser suchen Verstärkung fürs Team
Sie sind bereits als Lesementoren an der Grundschule Friedrichsfeld aktiv. FOTO: Heiko Kempken
Voerde. An der Grundschule Friedrichsfeld betreuen die ehrenamtlichen Mentoren derzeit 35 Schulkinder. Von Florian Langhoff

Wenn an der Gemeinschaftsgrundschule Friedrichsfeld ein Kind durch schlechte Leseleistungen auffällt, dann können die Lehrer dort sich an die Lesementoren der Schule wenden. Seit 2011 kümmern sich die ehrenamtlichen Helfer um die Verbesserung der Lesefähigkeiten der Schulkinder. "Mittlerweile haben wir etwa 20 Lesementoren, die 35 Schulkinder betreuen", erklärt Projektkoordinator Ulrich Grundmann. "Aber es besteht immer noch mehr Bedarf." Deswegen sucht das Team auch noch weitere Verstärkung. "Wer das machen möchte, der sollte zum einen selbst Spaß am Lesen haben und dazu Geduld, Verständnis und ein Herz für Kinder mitbringen", klärt Grundmann über die Anforderungen an einen Lesementoren auf.

Während ihrer ehrenamtlichen Arbeit kümmern sich die Männer und Frauen jeweils mindestens eine Schulstunde lang um ein einzelnes Schulkind. Und dabei geht es nicht nur darum, das Lesen zu üben. "Natürlich fragen wir die Kinder auch, was sie erlebt haben, seit wir sie zuletzt gesehen haben, und plaudern ein wenig, bevor es ans Lesen geht", erklärt Grundmann. "Die Kinder genießen es auch, wenn jemand nur für sie da ist. Wie oft ist das heute noch so", sagt Renate Grundmann, die ebenfalls zu den Lesementoren gehört.

Gelesen wird dabei meist aus einer speziellen Kinderzeitung, die auch aktuelle Themen aufbereitet. "Was die Eltern aus den Nachrichten erfahren, wird da für die Kinder erklärt", sagt Ulrich Grundmann. Schließlich wird mit Aufgaben überprüft, was die Kinder aus dem Text verstanden und behalten haben und als Belohnung warten Rätsel auf die Grundschüler. "Die sind bei den Kindern natürlich besonders beliebt", erklärt Grundmann. "Aber bevor sie dahin kommen, wartet immer etwas Arbeit auf sie", ergänzt er mit einem Augenzwinkern.

Bezahlt werden die ehrenamtlichen Helfer natürlich nicht. Aber die Zeit, die sie mit den Kindern verbringen und die Reaktionen, die sie von ihren Schützlingen bekommen, sind den Lesementoren auch Lohn genug. "Ich hatte einen Jungen, der nicht gerade einfach war. Am letzten Schultag hat er mich ganz traurig gefragt, ob er mich jetzt nie wieder sieht und sich mit einem Brief bei mir bedankt", erklärt Lesementorin Ingrid Fernkorn. Einer der Schützlinge von Gudrun Bartz fing sogar plötzlich an zu weinen, weil er nicht mehr mit "seiner" Lesementorin zusammen Texte durcharbeiten darf. "Man merkt, dass man den Kindern etwas gibt. Es geht nicht nur um die Lesekompetenz", erklärt sie. Und für Menschen, die sich vorstellen können, auf diese Weise mit Kindern zu arbeiten, hat sie nur eine Botschaft: "Macht es. Es lohnt sich."

Quelle: RP
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