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Voerde
Vorschlag: Dezernentenstellen streichen

Voerde. Die Überlegung von Bernhard Benninghoff (FDP) wird nun in der Voerder Kommunalpolitik diskutiert. CDU, WGV und auch Die Linke sehen hier Einsparpotenzial, um den desolaten Haushalt der Stadt zu entlasten. Von Heinz Schild

Bernhard Benninghoff war es wohl, der als erster die Frage in die politische Diskussion einbrachte, ob die Stadt Voerde auch für die Zukunft zwei Dezernenten braucht. Nach Überzeugung des liberalen Ratsherrn müsse diese Frage angesichts der desolaten Haushaltssituation der Kommune ernsthaft diskutiert werden, die Pro und Contra seien zu prüfen und dann müsse eine Antwort gegeben werden. Benninghoff kann sich noch an die Zeiten vor 1975 erinnern, als es in Voerde keine Beigeordneten gab, denn diese Posten seien im Zuge der kommunalen Neuordnung geschaffen worden - und zwar aus parteipolitischen Gründen und nicht weil die Notwendigkeit dazu bestanden hätte, so Benninghoff weiter.

Die Ansicht des Liberalen hat einigen Voerder Kommunalpolitikern zu denken geben. Mittlerweile wird der Verzicht auf die beiden Dezernentenstellen, die gegenwärtig mit Simone Kaspar als Kämmerin und dem Ersten Beigeordneten Wilfried Limke besetzt sind, ernsthaft erwogen. "Dieser Gedanke ist nicht unsexy", erklärte gestern Bernd Altmeppen, CDU-Ratsmitglied und christdemokratischer Parteichef. Nach seiner Überzeugung verfügt das Voerder Rathaus über gute Leute unter den Fachbereichsleitern, so dass nicht unbedingt noch die Dezernenten zwischengeschaltet sein müssten. Deshalb könne man durchaus über den Vorschlag sprechen, die Beigeordnetenstellen zu streichen. "Die Anregung wird von der CDU gerne aufgenommen", sagte Altmeppen, der klarstellte, dass nichts entschieden sei und niemand vom Hof gejagt werde. Nach seiner Überzeugung besteht kein Grund, in Hektik zu verfallen, da in dieser Sache nichts zur Eile dränge. Die Problematik des möglichen Wegfalls der Dezernentenstellen ist für ihn ein Thema, das im Personalausschuss, der nach seiner Überzeugung gegründet werden müsste, zu behandeln sei. Sicher ist sich Altmeppen, dass es in der Voerder Verwaltung starke personelle Veränderungen geben wird, und dabei wolle die CDU mitwirken.

Einen Verwaltungsumbau hält auch die WGV für erforderlich, wie deren Fraktionschef Christian Garden gestern sagte. "Wir müssen über strukturelle Veränderungen im Rathaus reden und darüber eine inhaltliche Diskussion führen", so Garden. Ein Diskussionspunkt ist für ihn der mögliche Verzicht auf die zwei Dezernentenstellen. Diesem Vorschlag steht auch Hans-Joachim Kinder, Fraktionsvorsitzender der Linken "aufgeschlossen gegenüber", wie er sagte. Er sprach sich dagegen aus, Streichungen bei niederschwelligen Arbeitsplätzen vorzunehmen. "Auch für Menschen mit geringer Qualifikation muss es Chancen im öffentlichen Dienst geben", erklärte Kinder. Er sieht bei den beiden Dezernentenstellen Einsparpotenzial, das die Stadtkasse spürbar entlasten würde. Das sieht auch der FDP-Mann Bernhard Benninghoff so. Ohne die Dezernenten würden auch deren Vorzimmerkräfte nicht mehr benötigt.

Kämmerin Simone Kaspar hat ihren Dienst 2012 in der Voerder Verwaltung angetreten und ist für acht Jahre gewählt. Bei der zurückliegenden Bürgermeisterwahl war sie Kandidatin der CDU für den Chefsessel im Voerder Rathaus. Inzwischen kam es aber zwischen der CDU und ihr zum Bruch, was ihre Chancen auf eine Wiederwahl nicht gerade verbessert. Beigeordneter Wilfried Limke wurde 2014 für weitere acht Jahre gewählt, seine Amtszeit läuft bis Ende 2022.

Quelle: RP
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