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Voerde/Dinslaken
Vorwurf: Tritte und Schläge in Babybauch

Voerde/Dinslaken. Prozess vor dem Duisburger Landgericht: 2014 sollen ein 34-jähriger Düsseldorfer und seine heutige Ehefrau (30) in eine Wohnung in Voerde eingedrungen sein und eine 35-jährige Frau misshandelt haben.

Weil es eine schwangere Frau misshandelt haben sollen, muss sich seit gestern ein Ehepaar vor dem Duisburger Landgericht erneut verantworten. Das Amtsgericht Dinslaken hatte die beiden im Dezember wegen gefährlicher Körperverletzung zu Freiheitsstrafen verurteilt.

Der Vorwurf: Sie sollen der in der 13. Woche schwangeren Frau Schläge und Tritte in den Unterleib versetzt haben, um die Schwangerschaft zu beenden. Das Opfer hatte dem Angeklagten zuvor mitgeteilt, bei der kurzen Affäre mit ihm schwanger geworden zu sein. Der Richter verlas gegenseitige Mitteilungen, in denen es um Abtreibung ging. Daraus ging hervor, dass die heute 35-Jährige das Kind gegen den Willen des Angeklagten nicht abtreiben wollte.

Die Einlassungen der beiden Angeklagten kamen gestern nur zögerlich. Der Mann räumte zwar ein: "Ich war ein bisschen handgreiflich", er habe sie aber weder getreten noch zu Boden geschubst. Die Frau sei gestolpert, als er ihr den Mund zuhielt. Eigentlich sei er an dem Tag nur mit seiner Ehefrau zu der Wohnung in Voerde gefahren, um mit der 35-Jährigen zu reden. Die Frau habe aber sofort geschrien. Auf seine Aufforderung: "Beruhige dich, wir wollen nur mit dir reden!", habe sie nicht reagiert. Als sie am Boden lag, habe er ihr außerdem die Hand an den Hals gehalten. Der Vorwurf, dass es ein Messer gab und er ihr drohte, "das Kind aus dem Bauch zu schneiden", sei falsch.

Auch die Angeklagte äußerte sich. Sie habe erst von der Affäre ihres Mannes erfahren, als schon über Abtreibung gesprochen wurde. "Ich war sehr eifersüchtig", gab sie zu. Grund für den Besuch sei aber der Wunsch nach einem Gespräch gewesen, wie alles weitergehen soll. Der Zufall wollte es, dass die Voerderin an diesem Tag vergessen hatte, den Schlüssel von der Tür zu ziehen. Als sie aus der Dusche kam, öffneten die Angeklagten gerade von außen die Wohnungstür. Rückblickend könne sie ihr Verhalten nicht erklären, sagte die Angeklagte. Sie räumte zwei Tritte in die Rippen des am Boden liegenden Opfers ein. Später habe sie noch zugeschlagen, aber mit Sicherheit nicht in Richtung Unterleib. Das Opfer schilderte ihre schockierende Lage. Sie sei unbekleidet aus dem Bad gekommen, die beiden liefen direkt auf sie zu und sie sei zu Boden geworfen worden. Dann habe die Frau ihr etwa fünf bis sieben Tritte in den Bauch versetzt. Der Mann habe ihr dabei den Mund zugehalten. "Das vergisst man nicht, die Bilder im Kopf", sagte die 35-Jährige. Das Kind war trotz des Angriffs gesund zur Welt gekommen.

Der Angeklagte war in erster Instanz zu zwei Jahren und vier Monate Haft, seine Ehefrau zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt worden.

Der Prozess wird am Montag, 26. September, am Landgericht Duisburg fortgesetzt.

(BL)
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