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Dinslaken
Wansing erklärt das CDU-Umdenken

Dinslaken: Wansing erklärt das CDU-Umdenken
Die Trabrennbahn aus der Vogelperspektive. Der Vorstoß der CDU hinsichtlich einer möglichen Auflösung des Pachtvertrags stößt auf Kritik. FOTO: Hans Blossey
Dinslaken. Der Vorsitzende der Christdemokraten setzte sich im Wahlkampf 2008 noch für die Trabrennbahn ein. Von Ralf Kubbernuß

Theo Lettgen hat das Bild von der Wand genommen, das über Jahre die Räumlichkeiten des Trabrennvereins am Bärenkamp zierte. "Ich brauche es nicht mehr", sagt der Vorstand des Dinslakener Trabrennvereins. Das Foto zeigt den CDU-Vorsitzenden Heinz Wansing im Bürgermeisterwahlkampf 2008, auf dem T-Shirt der Slogan: "Die CDU steht zur Trabrennbahn." Dass sie es nicht mehr tut, weiß man seit Freitag. Da haben die Christdemokraten den Antrag eingereicht, die Planungen für die Wohnbebauung des Trabrennareals auf den Weg zu bringen. Und: Die Stadtverwaltung soll prüfen, ob man den bis mindestens 2035 laufenden Pachtvertrag kündigen kann.

Wansing verweist darauf, dass seit besagtem Foto und Bekenntnis einige Jahre vergangen sind. Damals sei er mit dem Trabrennverein der festen Überzeugung gewesen, dass die Krise des Trabrennsports eine vorübergehende sei. Man habe geglaubt, dass sich das Problem der Online-Wetten und der Versteuerung im Ausland politisch lösen lasse, der Trabrennsport in Deutschland wieder auf die Beine komme. Seitdem habe sich aber nichts verbessert, das Gegenteil sei der Fall, die Talsohle sei zum Dauertief geworden. Am Bärenkamp fänden mehr Veranstaltungen als Renntage statt und das sei nicht der Zweck, zu dem die Stadt das städtische Gelände verpachtet habe. Und generell müsse man sich die Frage stellen, ob man ein Gelände für 17 oder 18 Renntage pro Jahr haben will oder das Wohnen für 365 Tage im Jahr ermöglichen wolle. "Wenn wir nichts tun, wird Dinslaken in den kommenden 20 Jahren um 10.000 Einwohner schrumpfen", sagt Wansing. Das wolle man nicht abwarten, die Stellschrauben rechtzeitig drehen. "Wenn wir warten, bis der Trabrennverein nicht mehr ist, heißt es hinterher wieder, die Politik sei nicht vorbereitet gewesen", so der CDU-Mann. Er wolle auch dafür stehen, dass auf dem Areal "keine Schicki-Micki-Bebauung" entsteht. "Jede vierte Wohnung soll sozial gefördert und bezahlbar sein", so Wansing. Eine höhere Quote als 25 Prozent an preiswertem Wohnraum ließe sich nicht realisieren, wenn das Geschäft für Investoren darstellbar sein soll.

Wenig Verständnis für den CDU-Vorstoß hinsichtlich einer möglichen Auflösung des Pachtvertrags hat Grünen-Fraktionsvorsitzende Lilo Wallerich. "Das gehört sich doch nicht", sagt die Ratsfrau. Vorbehaltlich der Meinung ihrer Fraktion, die am gestrigen Abend auch dieses Thema auf dem Tisch hatte, sprach sich Wallerich dafür aus, den Trabrennverein so lange in Ruhe zu lassen, wie der Pachtvertrag gilt und der Verein seine Pflichten erfüllt. Auch Heinz Brücker (UBV) findet es "nicht den richtigen Weg", das Thema so in die Öffentlichkeit zu bringen. "Wenn der Trabrennverein einmal nicht mehr sein sollte, brauchen wir dort vor allem preiswerten und barrierefreien Wohnraum, aber keine Luxuswohnungen. Gegen die habe ich nichts, aber wir haben schon genug davon", so Lilo Wallerich.

Quelle: RP
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