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Dinslaken
Weiterhin Spannungen zwischen Caritas und Stadt

Dinslaken. Flüchtlingsunterkünfte: Arbeiten an Haus Bayern fortgesetzt. Baustopp für Neubauten bleibt bestehen. Von Heinz Schild

Das angespannte Verhältnis zwischen der Caritas und der Stadt Dinslaken, ausgelöst durch den von der Verwaltung verhängten Baustopp für Flüchtlingsunterkünfte, scheint sich nicht wesentlich verbessert zu haben. Zwar ist mittlerweile der Baustopp für Haus Bayern in der Fliehburg aufgehoben worden. Dieses Bestandsgebäude hat neue Fenster bekommen. Bei den Gebäuden, die sich im Bau befinden, verzögert sich der Weiterbau, da die Kommune auch weiterhin Unterlagen prüft, wie Caritas-Direktor Michael van Meereck gestern auf Anfrage erklärte. Marcel Sturm, Pressesprecher der Stadt Dinslaken, sagte, dass die Verwaltung weiterhin Gespräche mit der Caritas führt.

Von diesen Gesprächen erhofft die Caritas sich, dass sie zur Klärung der Situation beitragen, damit die Arbeiten an den zur Renovierung vorgesehenen Gebäuden ausgeführt werden können. So sei zu klären, welche Fenster bei den denkmalgeschützten Häusern eingebaut werden können, was von der Fassade des jeweiligen Objekts abhänge. Der Baustopp gilt weiterhin für fünf Neubauten (davon zwei auf dem Gelände der Fliehburg, drei im Hardtfeld) zur Unterbringung von Flüchtlingen, wie van Meerbeck sagte. Kritisiert wird von ihm, dass durch die andauernden Prüfungen, an denen das städtische Rechnungsprüfungsamt beteiligt ist, das partnerschaftliche Verhältnis zwischen Stadt und Caritas gelitten habe. Der Verband habe von der Stadt Dinslaken den Auftrag erhalten, Häuser zu renovieren oder neue zu bauen und entsprechende Aufträge vergeben. Nun aber lasse die Stadt die Caritas und damit auch die von ihr beauftragten Firmen im Regen stehen.

Seit Jahren ist der Caritasverband im Auftrag der Stadt Dinslaken für die Unterbringung und Betreuung der Flüchtlinge zuständig, die der Kommune zugewiesen werden. Als sich die Flüchtlingssituation in Dinslaken entschärft hatte, stellte die Verwaltung fest, dass die beschlossenen Neubauten zu einer enormen finanziellen Belastung für die Kommune werden könnten. Als Folge wurde der Baustopp verhängt, auch Renovierungen an Bestandsgebäuden mussten eingestellt werden. Seither ist das Vertrauensverhältnis zwischen der Caritas und Stadt deutlich getrübt. Eine der Konsequenzen war, dass van Meerbeck sein Ratsmandat niederlegte, weil er die Arbeit seines Verbandes und seiner Mitarbeiter nicht gewertschätzt fühlte. Zudem bot er der Kommune an, dass die Caritas aus der Flüchtlingsarbeit ausscheidet. Dieses Angebot nahm die Stadt allerdings nicht an.

Quelle: RP
 
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