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Dinslaken-Lohberg
Wenn aus Farbflächen Heimat wird

Dinslaken-Lohberg. Mit der Ausstellung "HIER" präsentiert Walburga Schild-Griesbeck in der Galerie 399 eine Auswahl von Werken. Darunter ist auch der Zyklus "Gartenstadt Weltenstadt" – inspiriert von Lohberg. Von Florian Langhoff

In seiner Einführung zur Ausstellung bringt Galerist Werner Heuking die Bilder von Walburga Schild-Griesbeck auf einen gemeinsamen Nenner. "Wir sehen hier Werke vor uns, deren Inhalt sich zuerst zu verschließen scheint", sagt er. "Die Bilder wollen uns zur Betrachtung und Beschäftigung mit der Farbe einladen." Tatsächlich sind es die Flächen mit kräftigen Farbtönen, die das Schaffen von Walburga Schild-Griesbeck beherrschen. "Ich fange mit einem konkreten Bild an und abstrahiere dann immer weiter", erklärt die Künstlerin ihre Technik. Durch das Auftragen einer Vielzahl von Farbschichten bekommen ihre Bilder Struktur und Plastizität.

In diesem Sinne schlägt der Zyklus "Gartenstadt Weltenstadt", inspiriert durch die Aufnahme Lohbergs in das Netzwerk der Europäischen Gartenstädte, ein wenig aus der Art. Denn neben den abstrakten Farbverläufen lassen sich hier noch einige konkrete Details ausmachen: Einige Häuserzeilen hier, Bäume dort und natürlich der Förderturm als Wahrzeichen des Zechengeländes. "Das waren ursprünglich fünf skizzenhafte Zeichnungen auf Holz, die ich dann erweitert habe", erklärt Walburga Schild-Griesbeck.

Direkt neben den Bildern des Zyklus findet sich ein großformatiges Bild an der Wand, das grüne Farbflächen umgeben von Rottönen zeigt. "Bergpark" hat die Künstlerin das Werk betitelt. Gibt hier die in rot dargestellte Mauer, die gerade abgerissen wird, den Blick auf den grünen Bergpark mit der Halde des ehemaligen Zechengeländes frei? Die Interpretation überlässt Walburga Schild-Griesbeck da eigentlich lieber dem jeweiligen Betrachter. Die meisten Werke in der Ausstellung haben keinen Titel, und so können die Kunstfreunde selbst entscheiden, was sie in den Werken sehen möchten.

Doch nicht nur Bilder gibt es in der Galerie 399 zu sehen. Unter dem Namen "Stehbilder" hat Walburga Schild-Griesbeck eine Mixtur aus Malerei und Skulptur geschaffen. Zwei mit Farbflächen gefüllte, viereckige Leinwände zusammengeschraubt und auf zwei metallene Füße (zum Beispiel große Schrauben) gestellt. Dazu kommen mit der "Edition HIER" verschiedene kleinere Werke, die teilweise Kollagen aus Farbflächen und Texten zeigen. Und mit dem "Notizbuch" gibt es ein weiteres Werk zu sehen: Hier hat Walburga Schild-Griesbeck im Heftformat Skizzen auf die Leinwand gebracht.

Bis zum 27. September werden die Kunstwerke der Ausstellung "HIER" in der Galerie 399 (Hünxer Straße 399, Dinslaken-Lohberg) zu sehen sein. Für Besucher ist die Ausstellung zwischen Montag und Freitag täglich von 9 Uhr bis 18 Uhr zugänglich. Am Samstag können die Kunstwerke zwischen 9 Uhr und 13 Uhr aus der Nähe betrachtet werden. Die Finissage der Ausstellung findet am 27. September ab 19 Uhr in der Galerie 399 statt.

Quelle: RP
 
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