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Reportage Am Montag
Wenn die Sonne im Sommer fehlt

Reportage Am Montag: Wenn die Sonne im Sommer fehlt
Eigentlich wollten sie Minigolf spielen. Aber auch ohne Bälle und Schläger genießen Familie Strauß und Familie Urban im Biergarten des Restaurants "Haus Rheinwacht" in Götterswickerhamm ihren Sommertag. FOTO: Büttner
Dinslaken. Bei mangelndem Sonnenschein bleiben Freibäder und Biergärten häufig ohne Besucher - auch in Voerde ist das nicht anders. Von Florian Langhoff

Voerde Wenn im Sommer die Sonne vom Himmel scheint, ist am Strandbad Tenderringssee für gewöhnlich einiges los. Bei grauen Wolken am Himmel und Temperaturen, die nur so eben an der 20-Grad-Marke kratzen, verirrt sich aber kaum jemand ins Strandbad. "Die Saison ging dieses Jahr sehr früh los, und wir hatten einige schöne Wochen", sagt Sebastian Schur vom Strandbad. "Aber es ist wie auch schon im vergangenen Jahr: Kaum gehen die Ferien los, wird das Wetter schlecht." Für die Strandbadbetreiber allerdings kein Grund, zu verzweifeln. »Wir hoffen einfach darauf, dass es noch einige schöne Tage geben wird", sagt Sebastian Schur. So lange haben sie ein Alternativprogramm zum Sonnenbaden parat: Bei "Filmen mit Freuden" gibt es am Abend einen Kinofilm im Strandbad zu sehen. So finden, trotz bescheidenen Wetters, dann doch noch einige Gäste ihren Weg an den Tenderringssee.

Auch im Voerder Freibad sieht es eher mau aus, wenn es um Besucher geht. Nur zwei Schwimmer ziehen im Becken ihre Bahnen. Derweil sorgt eine beständige, nicht all zu warme Brise dafür, dass die Blätter in den Bäumen auf dem Freibadgelände rauschen. "Die Menschen wollen Sonne haben, wenn sie ins Freibad gehen", sagt Schwimmmeister Maik Glandorf. "Wir hatten einige Tage, an denen es schon recht warm war, aber die Sonne hinter den Wolken blieb, und da bleiben die Badegäste auch lieber Zuhause", erzählt er. Natürlich gibt es da auch Ausnahmen. Denn am frühen Morgen sind die Frühschwimmer als Stammgäste im Freibad unterwegs und sorgen dafür, dass das Becken nicht gänzlich leer bleibt. "Ich glaube, die würden auch kommen, wenn es schneit", scherzt Maik Glandorf. Zu tun hat der Schwimmmeister allerdings auch genug, wenn nicht so viel Gäste da sind. "Das Wasser muss immer saubergehalten werden", sagt er und bereitet schon mal den Beckenbodensauger vor, um zur Tat zu schreiten, wenn die Badegäste weg sind.

Restaurantbetreiber Gabriel Barrio (l.) und Schwimmmeister Maik Glandorf (r.) wissen, dass die Menschen im Sommer gerne Sonne hätten. FOTO: Martin Büttner

In der Nachbarschaft wartet auch Gabriel Barrio vom Restaurant El Basco im Wasserschloss Haus Voerde auf Gäste. "Wenn der Sommer so ist, dann ist das schlecht für die Gastronomie", sagt er. "Wenn die Sonne nicht scheint, dann wollen die Menschen nicht raus und das kann ich auch gut verstehen", erklärt er. So gibt es dann auch Tage, an dem nur eine Hand voll Gäste den Weg in den Biergarten seines Restaurants findet.

Frank Pollmann, Inhaber des Restaurants Haus Rheinwacht in Götterswickerhamm hat gegen eher maues Sommerwetter vorgesorgt. "Bei diesem Wetter ist unsere Urweisse-Hütte natürlich gut besucht", sagt er. Die Holzhütte am Biergarten, die einen Panorama-Blick auf den Rhein bietet, ist gefragt. "Aber es ist natürlich schon ein Unterschied, ob 20 Gäste in der Hütte sitzen oder 120 Gäste im Biergarten", erklärt der Gastronom weiter. Ein Teil des Biergartens ist hier mit einer Kette abgesperrt. "Es lohnt sich nicht, alle Tische zu decken, wenn nicht so viele Gäste kommen", erklärt Frank Pollmann. Dafür läuft es auf der zum Biergarten gehörenden Minigolf-Anlage nicht schlecht. Das Spiel auf den kleinen Bahnen ist, zumindest so lange es trocken bleibt, für viele eine Alternative zum Freibadbesuch. "Wenn es nicht so windig wäre, würden wir jetzt Minigolf spielen", sagt Judith Strauß. Gemeinsam mit Ehemann Jörg und Tochter Hannah (9) ist sie in den Biergarten gekommen. "Man muss ja einfach mal raus, auch wenn die Sonne nicht scheint", sagt sie. Da überlegt man natürlich, was man macht. Minigolf wäre da eine Alternative gewesen - ohne die Windböen. So gibt es jetzt im Biergarten etwas zu trinken. Mit dabei: Michael und Helga Urban mit Sohn Niklas (9) die aus Bayern an den Niederrhein gekommen sind. "Hier ist es besser als Zuhause. Da hätten wir jetzt 35 Grad, und das wäre zu warm", sagt Michael Urban. "Ich finde das Wetter auch gut. Es ist nicht zu warm und nicht zu kalt", sagt Hannah.

FOTO: Martin Büttner
Quelle: RP
 
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