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Dinslaken
Wenn Hormone Samba tanzen

Dinslaken. Kordula Völker stellte ihre Live-CD "Adrenalin" im Café Kostbar vor Von David Knapp

Während es am Sonntagnachmittag Bindfäden regnete und die Altstadt sich in einem tristen grau in grau präsentierte, war man gut beraten, das Café Kostbar aufzusuchen. Nicht nur, weil es dort trocken und heimelig zuging, man sich mit einem Getränk aufwärmen konnte, sondern weil die Betreiberinnen Katina Anastassopoulos und Stefanie Rüttgers sich über den Besuch von Kordula Völker freuen durften.

Im Rahmen der Vorstellung ihrer neuen CD "Adrenalin" gab die Liedermacherin, Kabarettistin und Initiatorin der "Halben Treppe" musikalische wie lyrische Kostproben aus ihrem Live-Programm zum Besten. Das Programm ist eine Mischung aus nachdenklich, gefühlsbetonten Akustikstücken, humorvollen lyrischen Einschüben und häufiger Interaktion mit dem Publikum, das an diesem Nachmittag von Frauen dominiert wurde.

Gleich zu Beginn intonierte Kordula Völker einen Song, der auch auf ihrer neuen Platte zu finden ist: "Hormone tanzen Samba" - Hormone jubilieren, Hormone triumphieren. Das erklärte dann vielleicht auch den Frauenüberschuss an diesem Nachmittag. Dabei entzieht sich das Lied, so schien es zumindest, jeglicher Ironie. Vielmehr klang es wie eine melodisch eingehauchte Ode an eine Achterbahnfahrt der Gefühle.

Völker, die vor 35 Jahren mit dem Liedermachen begonnen hatte, wollte eigentlich gar nicht mehr in die Saiten greifen und vor Publikum Musik machen. Es sei diese neue Singer-Songwriter-Generation gewesen, die letztlich den Ausschlag gegeben hätte. Während die sich zumeist mit weichgespülten Liebesanekdoten in die Herzen junger Mädchen musizieren, sagte sich Völker: "Ich muss noch einmal auf die Bühne und über das Klimakterium singen", witzelte sie.

Im Café Kostbar sinnierte Kordula Völker an diesem Nachmittag über Gefühle, abflauende Liebe, die wie "proportioniertes, kalt serviertes Dosenfutter" daherkommt, das große Glück wie einen "Kiosk der Fantasie" und Urlaub auf Norderney. Ganz besonders in Erinnerung bleiben wird wohl "Das Dinslakenlied", das zwar nicht auf dem Album, dafür aber als CD-Maxi-Single erschienen ist.

Das Lied ist eine Liebeserklärung an Völkers Wahlheimat, an die Hiesfelder Mühle, die Altstadt und den Sommer am Rotbach. Es soll als ein Geschenk an die Stadt verstanden werden, an diese Stadt, "die meine Burg, mein Schutz, mein Heim ist", sagte Völker. Auf dem Album "Adrenalin" finden sich 20 handgemachte Songs der Dinslakener Liedermacherin. Viele von ihnen sind schon vor einigen Jahren entstanden, das Album kann als ein über die Zeit gereiftes Werk betrachtet werden. Freunde gefühlvoller Akustikmusik werden in jedem Fall auf ihre Kosten kommen.

Quelle: RP
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