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Voerde
Wenn Schüler im Zirkuszelt Limbo tanzen

Voerde: Wenn Schüler im Zirkuszelt Limbo tanzen
Akrobatische Kunststücke, die das Publikum immer wieder begeisterten, hatten die Schüler mit Hilfe des "Circus Tausendtraum" eingeübt. FOTO: Heinz Kunkel
Voerde. Zum sechsten Mal machte in Voerde das Projekt "Circus Tausendtraum" vor dem Gymnasium Station. Von Sandy Liesen

Manege frei! Unter lautem rhythmischen Klatschen des Publikums liefen die 89 kleinen Artisten in das leuchtend gelb-blaue Zirkuszelt ein, das auf der Wiese vor dem Gymnasium Voerde aufgebaut war. "Circus Tausendtraum" heißt der Projektzirkus, der jedes Jahr von Januar bis November durch ganz Deutschland tourt und mit bis zu 100 Schülern ein Programm einübt. Im Kreis Wesel hat das Zirkusteam dieses Jahr bereits zum neunten Mal Halt gemacht, zum sechsten Mal am Gymnasium Voerde.

Trotz sommerlicher Temperaturen war das Zelt auch an diesem Aufführungstag voll, fast alle der rund 400 Plätze waren besetzt. Stolze Eltern, Großeltern und Geschwister schauten sich an, was die Kinder in den vergangenen Tagen fleißig eingeübt hatten. Die Sechs- bis 14-Jährigen schlüpften in die Rollen von Clowns, Zauberern, Akrobaten, Jongleuren und Fakiren. In Gruppen traten die kleinen Artisten in die Manege und führten dem Publikum mit passender Hintergrundmusik und Lichteffekten ihre Zirkusnummern vor. Jeder Auftritt hatte seine eigene Geschichte, kombinierte Zirkus und Theater. So kamen zur Eröffnung Wissenschaftler-Clowns in die Manege, die mit ihrer neusten Erfindung, dem "Klatschometer", dafür sorgten, dass die Zuschauer ordentlich Stimmung machten. Damit Applaus und Bewunderung für die kleinen Artisten auch während der weiteren Show angemessen hoch blieben, wurde Zuschauer Dirk zum Stimmungsbeauftragten. Stand er auf und zeigte auf die einzelnen Blöcke der Tribüne, mussten die Leute den kleinen Artisten ein lautes, bewunderndes "Ohhh", "Ahhh" oder "Bor ey!" zurufen. Im Laufe der rund zweistündigen Show kamen Bodenakrobaten im Hawaiihemd auf die Bühne, tanzten Limbo und formten sich zu menschlichen Pyramiden. Eine Gruppe Jongleure war als Schatzsucher verkleidet, eine weitere stieg als Astronauten aus einer Rakete und zeigte Tricks mit leuchtenden Reifen, Fußbällen und Diabolos. Piloten tanzten über ein Drahtseil und Matrosinnen turnten am Trapez. Als aus den Boxen das Winterlied "Sleigh Ride" ertönte, weißes Schneekonfetti von der Decke fiel und Schneemänner auf Gymnastikbällen balancierten, kam bei 25 Grad und Sonnenschein Weihnachtsstimmung auf. Als Pippi Langstrumpf, Musketiere, Piraten, Indianer und Co. hatten Fakire ihren Auftritt, setzten und legten sich auf Nagelbretter und in Scherbenhaufen.

Unterstützung bei den Auftritten bekamen die Kinder von professionellen Circus Tausendtraum-Artisten. Diese trainierten die Schüler während der ganzen Woche. Zu Beginn des Projektes konnten sich die Schüler aussuchen, in welche Artistenrolle sie schlüpfen wollen, dann wurde vier Tage fleißig geübt. Das Training hat sich ausgezahlt, bei jedem Auftritt hat das Publikum gelacht, gestaunt und geklatscht - ein Erfolgserlebnis für alle teilnehmenden Kinder.

Mitveranstalter des Zirkusabends war die Kreaktiv Bürgerstiftung Rhein-Lippe, die Kindern sinnvolle Freizeitbeschäftigungen und Alternativen zum Medienkonsum bieten möchte. Das kommt bei den Kleinen gut an, jedes Jahr ist das Zirkusprojekt schnell ausgebucht.

Quelle: RP
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