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Dinslaken
Wesel: Eltern sollen an Schulen mehr mitbestimmen

Dinslaken: Wesel: Eltern sollen an Schulen mehr mitbestimmen
Opfer eines Politik-Schnellschusses: Die Brüner-Tor-Grundschule. FOTO: kak
Dinslaken. Es wurde die Basis geschaffen, dass die Entwicklung der Schulen nicht mehr an Betroffenen vorbei geplant wird.

Die Weseler Schulpolitiker haben sich gestern auf einen neuen Fahrplan in Sachen Schulentwicklung geeinigt. Die Kernbotschaft: Eltern und Schulen sollen deutlich mehr Mitspracherecht bekommen. Das bisherige Verfahren wird durch eine Schulraumentwicklungsplanung ersetzt.

Der Fachausschuss war sich gestern einig: Um für die Herausforderungen der Zukunft besser gewappnet zu sein, ist eine qualitative Schulraumentwicklungsplanung nötig, bei der alle Beteiligten gehört werden sollen: Schulleitungen, Lehrer, vor allem Eltern, Verwaltung und Politik. Sie wird die bisherige Schulentwicklungsplanung ersetzen, die in der Vergangenheit vor allem von der CDU immer wieder kritisiert wurde. Denn bei der Vorstellung der Pläne wurden Jahr für Jahr neue Zahlen und Prognosen vorgelegt, auf die die Politik dann oft unvorbereitet teure Schnellschüsse über die Köpfe der Betroffenen hinweg fabriziert hatte. Als Beispiel sei da nur die Schließung der Brüner-Tor-Grundschule zu nennen.

Christdemokraten waren es auch, die jetzt mit der SPD einen entsprechenden Antrag formulierten - mit dem Ziel, einen sogenannten partizipativen Prozess zur Entwicklung eines Schulraumentwicklungsplans durchzuführen. Dieser leicht modifizierte Antrag wurde gestern einstimmig verabschiedet: Demnächst wird eine Steuerungsgruppe installiert. Die hat unter anderem den Auftrag, Kriterien für die Auswahl eines professionellen Planungsbüros festzulegen und ein Auswahlverfahren durchzuführen. Die Verwaltung geht davon aus, dass für den Prozess gut 100.000 Euro benötigt werden.

Eine Summe, an der sich Petra Hochstrat vom Stadtelternrat gestern gestört hat: "Ich habe mit mehreren Eltern gesprochen, denen die Summe übel aufgestoßen ist. Sie finden, dass man das Geld besser in Schulen investieren würde." Hilmar Schulz (CDU) widersprach und erklärte, "dass der Prozess breit angelegt ist und von einem Fachbüro moderiert werden muss. Außerdem wird schon jetzt viel in Schulen investiert." Ähnlich äußerte sich auch Daniela Staude (CDU): "Das Geld ist super gut angelegt".

Ein dickes Lob gab es von Schulamtsdirektorin Anna Maria Eicker: "Ich gratuliere zur Idee der qualitativen Schulentwicklung, bei der alle Aspekte berücksichtigt werden."

(kwn)
 
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