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Dinslaken
Weseler Dom erhält Kapuze und neue Elektrik

Dinslaken. Mit zwei Hubwagen wird Willibrords Evonik-Imprägnierung komplettiert. Von Fritz Schubert

Die Regenjacke für den Willibrordi-Dom ist noch nicht ganz fertig. Zurzeit sind der Weseler Steinmetz Ralf Schlicht (52) und seine Mitarbeiter mit gleich zwei Hubwagen der Brüner Firma Mölls-Hüfing am Werk. Sie komplettieren nun in höheren Regionen den von Chemiespezialist Evonik Industries mit Material gesponserten Schutz empfindlicher Fassadenflächen gegen Witterungseinflüsse. Klaus Gehrke, mittlerweile in den Ruhestand gegangener Mitarbeiter des Dombauvereins (DBV), hatte zuletzt das Gemäuer bis zu den Sohlbänken mit der Imprägnierung behandelt.

Es geht allein um die Sandsteinflächen. Nicht von der Imprägnierungsaktion betroffen sind die vielen Steine aus Eifeler Tuff. Der wird an der Luft immer härter und widerstandsfähiger, ist Hauptbestandteil vieler Kirchen. Nur die besonders großen, wertvollen Gotteshäuser wie der Dom haben auch Sandsteinelemente bekommen. Für Ecken, Simse und Ähnliches.

DBV-Vorsitzender Karl-Heinz Tieben, Dombaumeister Prof. Dr. Wolfgang Deurer und Architekt Fred Störmer zeigten sich im RP-Gespräch zuversichtlich, dass die Gore-Tex-Jacke für die Grote Kerk bis zum Jahresende fertig wird. Evonik verspricht sich für den weltweiten Absatz von Bautenschutzmitteln auch was davon. Bereits 2007 wurde mit dem Unternehmen begonnen, eine Imprägnierung für den Sandstein am Dom zu testen. Das Beispiel Wesel soll in einem Evonik-Werbefilm im gleichen Atemzug mit Projekten in Mailand und Tokio gezeigt werden.

Die sichtbaren Außenarbeiten am Dom sind nur Teil des Jahresprogramms. Rund 220.000 Euro gibt der Dombauverein im Jahr für Instandhaltung und Reparaturen aus. Davon entfallen etwa 36.000 Euro quasi als fixe Kosten auf regelmäßig anfallende Arbeiten. Im vergangenen Jahr war mit insgesamt gut 300.000 Euro etwas mehr investiert worden, weil der langersehnte neue Lastenaufzug eingebaut wurde. 2016 will man wieder mit kleinerem Budget auskommen.

Auf dem Zettel steht für dieses Jahr noch die neue Elektrik für rund 50.000 Euro. Sicherheit und Brandschutz sind die wichtigsten Stichworte bei diesen Arbeiten, die bis in den Turm hineinreichen. Dort wird es eine neue Unterverteilung geben. Zum Beispiel fürs Geläut und die Kronleuchter.

Dabei geht es auch um die individuelle, per Programm wählbare Steuerung der Beleuchtung, angepasst an die verschiedenen Veranstaltungsarten vom Gottesdienst bis zum Konzert.

Quelle: RP
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