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Interview Martin Büttner
Wie das Windrad auf die Halde kam

Dinslaken. Dinslaken (RP) RP-Fotograf Martin Büttner hat über Monate den Bau des Windrads auf der Lohberger Halde dokumentiert. Seit Freitag sind seine besten Bilder in der Galerie 399 zu sehen. Im Interview mit der Lohberger Stadtteilzeitung "Mittendrin" hat er sich an die Zeit erinnert, als die Fotos entstanden.

Wie viel Zeit haben Sie im Herbst 2015 auf der Halde verbracht?

Büttner Ganz schwer zu sagen. Die Stunden kann ich gar nicht zählen, ebenso wenig wie die Bilder. Es sind Tausende geworden. Entsprechend schwer ist mir die Auswahl gefallen. Als es mit dem Bau anfing, war ich vielleicht dreimal in der Woche auf der Halde, in der Schlussphase täglich. Mitunter bin ich sogar nachts raus. Der Aufbau hing immer ganz entscheidend von den Windverhältnissen ab. Der erste Flügel wurde mitten in der Nacht montiert. Die Arbeit mit den Bautrupps war übrigens toll, die haben mich schalten und walten lassen, wie ich wollte. Das ist alles andere als selbstverständlich. Die haben mich manchmal sogar angerufen.

Tausende Bilder sind es geworden - gibt es trotzdem eins, das Sie als Ihr Lieblingsbild bezeichnen würden?

Büttner Ja, das schon. Es zeigt, wie ein Flügel in die Senkrechte gehoben wird. Das war sehr beeindruckend, ich glaube 57 Meter sind die lang. Im Hintergrund ist ganz klein der Förderturm zu sehen. Die Verbindung von Lohberger Tradition und Zukunft zu zeigen, war mir immer wichtig.

Gab es besondere Herausforderungen beim Fotografieren?

Büttner Der Weg zur Halde war schon eklig. Manchmal war er total verschlammt, und dann musste ich rückwärts wieder runter. Aus fotografischer Sicht habe ich mir oft besseres Licht gewünscht. Es war fast immer diesig, viel zu grau.

Wie fühlt sich das jetzt an, wenn Sie am Windrad vorbeifahren?

Büttner Diese Frage freut mich. So doof das klingt, aber ich habe echt eine Beziehung zu dem Windrad aufgebaut. Dabei ist das ja alles nur kaltes Material. Aber egal: Immer, wenn mich jemand darauf anspricht, sage ich: "Das ist mein Rad".

Sehr schön. Ein Mann und sein Rad. Wie sieht es mit den Plänen für die Zukunft aus, woran arbeiten Sie gerade?

Büttner An einem Flüchtlingsprojekt und seit einiger Zeit auch regelmäßig im Friedensdorf. Ich hoffe, ich kann auch diese Bilder bald einmal ausstellen.

Quelle: RP
 
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