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Ausstellung
Wiederentdeckung: Felix Hollenberg

Dinslaken. Seit den 1960er Jahren sammelt die Stadt Dinslaken Bilder und Drucke von Felix Hollenberg, die sie jetzt in einer Ausstellung im Museum Voswinckelshof zeigt.

In der Kunstwelt wird er in einem Atemzug mit Max Beckmann, Max Slevogt und Käthe Kollwitz genannt: Felix Hollenberg. Er ist in Dinslaken, der Heimat seiner Jugend, nahezu vergessen, unbekannt geblieben. Für das Museum Voswinckelshof Grund genug, Radierungen und Gemälde des in Sterkrade geborenen und in Dinslaken aufgewachsenen Künstlers (1868 - 1845) aus städtischer Sammlung ans Licht der Öffentlichkeit zu holen.

Hollenbergs Vater August versuchte sich mit einem metallverarbeitenden Betrieb und betätigte sich als Stadtverordneter im örtlichen Rat der Stadt. Nur kurz studierte Felix an der Kunstakademie Düsseldorf. 1888 folgte er seiner Familie nach Stuttgart, besuchte die dortige Kunstakademie und ließ sich anschließend als freier Künstler nieder. Nach seinem Umzug besuchte er weiterhin regelmäßig seine Verwandten am Niederrhein.

Schon mit sechzehn Jahren hatte Felix Hollenberg begonnen, nach der Natur zu zeichnen und zu malen. Die Motive lieferten ihm zunächst Dinslaken und Umgebung, vor allem Hiesfeld. Die Landschaft seiner Heimat prägte sein Schaffen bis 1900. Doch auch später, bis 1910, bearbeitete er noch niederrheinische Themen. Er liebte das Gefühl der Freiheit und Weite dieser Landschaft. Erst nach 1900 wandte er sich zunehmend seiner neuen Wahlheimat, der Schwäbischen Alb, zu, deren Reichtum an Formationen und Linien ihn faszinierte.

"Als Landschaftsmaler war Hollenberg geprägt vom Naturalismus. Seit den 1920er Jahren zeigen sich Einflüsse der französischen Impressionisten in modifizierter Form", erklärt Museumsleiter Dr. Peter Theißen. Bedeutender als die Malerei sei jedoch sein umfassendes graphisches Werk: "Als Radierer erlangte er eine einzigartige Meisterschaft." Als "Malergrafiker", wie sich Hollenberg selbst verstand, verband er großes technisches und handwerkliches Können mit künstlerischem Talent.

Die Stadt sammelt seit den 1960er Jahren Bilder und Drucke Hollenbergs und zeigt nun einen Teil davon. Hiesfelder und niederrheinische Motive sind in dieser Ausstellung in einer eigenen Kategorie zusammengefasst, aber auch in weiteren thematischen Bereichen vertreten. Zu sehen sind auch Dokumente und Fotos, einige Bücher und Druckmappen, die Hollenberg illustriert hat, sowie Werkzeuge und Materialien, die man zur Herstellung von Radierungen benötigt. Ein eigens angefertigter Film verdeutlicht die Herstellung einer Radierung. Zur Ausstellung, die am Sonntag, 3. Juli, von Bürgermeister Dr. Michael Heidinger eröffnet und in die Museums-Chef Dr. Peter Theißen einführen wird, gibt es ein interessantes Begleitprogramm. Neben Führungen werden Workshops angeboten, in denen die Kunst des Radierens vermittelt wird. Die Termine werden unter anderem im Veranstaltungskalender unter www.dinslaken.de" und auf der Homepage des Museums veröffentlicht. Die Werkschau des vergessenen Künstlers wird bis 28. August gezeigt: dienstags bis sonntags, jeweils von 14 bis 18 Uhr.

Quelle: RP
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