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Voerde
Wiesn-Fest in Spellen für guten Zweck

Voerde: Wiesn-Fest in Spellen für guten Zweck
Mal was anderes: Dirndl und Lederhosen in Spellen. FOTO: Heiko Kempken
Voerde. Achim Ridderskamp veranstaltete kurz nach der Silberhochzeit einen bayerischen Abend.

Schon von weit her war der "Holzmichel" zu hören. Die ersten Frauen im Drindl strebten zum festlich geschmückten Festzelt an der Kurzen Heide. "Wir haben Mittwoch entschieden hinzugehen und gleich ein passendes Kleid gekauft", erklärt die Spellenerin Steffi Münz, die mit einigen Freundinnen gekommen war. "Weil das mal was anderes ist", ergänzt die 23-jährige Christina Langenberg in kurzer Lederhose.

Organisator Achim Ridderskamp zeigte sich zu Beginn noch "etwas nervös, weil alles anläuft". In der Woche zuvor hatte er mit seiner Frau Silberhochzeit gefeiert und das Zelt stehenlassen, um gleich mehrere Veranstaltungen dort mit vielen Gästen zu zelebrieren.

Bereits vor zwei Jahren, zu seinem 50. Geburtstag, hatte er in gleicher Größe gefeiert und ein paar Tage später mit sechs weiteren Geburtstagskindern der Straße mit Oldie-Nacht, Frühschoppen und dem Jugendblasorchester Drevenack ein richtiges Programm auf die Beine gestellt und den Überschuss gespendet. Sollte Geld übrig bleiben, soll das auch diesmal der Fall sein.

"So einen Abend wie heute haben wir 2002 schon mal gemacht - das ist alles aus Spaß an der Freude." Sein Vater "Benno" war als "einziger Kaiser von Spellen" mit den Spellener Schützen da. "Ich hatte 17 Jahre lang eine Lebensgefährtin, die kam aus dem Bayerischen Wald", beschrieb der 84-Jährige seinen Bezug zur süddeutschen Lebenskultur, die an diesem Abend mit blau-weiß-gedeckten Tischen, zünftigen Kostümen, Live-Musik und passenden kulinarischen Köstlichkeiten gefeiert wurde. Die Voerderin Gisela Hesselmann war damals beim bayerischen Abend dabeigewesen und erinnert sich: "Das war toll, mit einer kleinen Scheune, so urig. Ich war dreimal auf dem Oktoberfest in Xanten, aber ich mag das nicht, wenn alle auf den Bänken herumhüpfen." Stattdessen schwang die Ur-Spellenerin lieber mit ihrem Bekannten Bernd Harbach aus dem ostwestfälischen Löhne bis in den späten Abend hinein das Tanzbein. "Ich weiß nicht, wie sich das verträgt, als Westfale am Niederrhein in einem bayerischen Bierzelt", meinte der 56-Jährige. Vor der ausgelassenen Feier konnten sich die Besucher an einem original bayerischen Wiesn-Buffet mit Schinkenbraten, Schweinshaxe, Sauerkraut und anderen Köstlichkeiten stärken, ehe die Ruhrpottsteirer mit ihrem Repertoire von Brunner & Brunner über DJ Ötzi bis Marius Müller-Westernhagen die Leute zum Tanzen und Schunkeln brachten. Für den Höhepunkt des Abends sorgte die Lederhosentrachtengruppe Düren-Echtz, die mit Bänken, Stämmen, Äxten und Holzsägen in bayerischer Tracht ihre Plattler-, Handwerker- und sogar ihre Akrobatikfähigkeiten unter Beweis stellte und das Publikum zu Ovationen veranlasste .

(aflo)
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