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Dinslaken
Wilde Müllkippen stinken zum Himmel

Dinslaken. Anwohner in der Innenstadt sind genervt: Immer wieder muss das Ordnungsamt anrücken. Von Robin Kunte

Frank Sachse kann und will sich nicht an den traurigen Ausblick aus seinem Fenster gewöhnen. Immer wieder hat er das zweifelhafte Vergnügen aus seiner Wohnung auf einen Berg voll Müll zu schauen. Plastiksäcke, Verpackungen oder alte Stühle liegen regelmäßig um einen Laternenmast und einen Stromkasten auf der Lessingstraße herum - keine zehn Meter von der Neustraße entfernt.

"Das hat sich in letzter Zeit extrem gesteigert", sagt Frank Sachse. "Fast jeden Tag wird hier vor unserer Tür der Müll abgeladen, gerade am Wochenende ist es schlimm. Dazu kommt das nächtliche Rumgewühle darin mit einer Lautstärke, dass man kaum noch schlafen kann." Und es sind nicht bloß Lärm und der unschöne Anblick die Sachse wütend machen. Gerade in den Sommermonaten kommt ein unangenehmer Gestank hinzu, zudem locken Hausmüllreste Ungeziefer und Ratten an.

Solche illegale Müllkippen wie auf der Lessingstraße sind in Dinslaken keine Seltenheit. "Es gibt leider genug Leute, die ihren Abfall ungeniert irgendwo abladen", sagt Stadtsprecher Horst Dickhäuser.

Besonders in der Innenstadt sei das immer wieder der Fall - etwa an der Wallstraße, an der Roonstraße oder an der Klosterstraße. Bei einer Stichprobe in dieser Woche bedurfte es keiner langen Suchen eine kleinere Müllansammlung auf der Wallstraße zu finden, die dort mindestens zwei Tage nicht weggeräumt wurde. Insgesamt erhält das Ordnungsamt pro Jahr zwischen 70 und 80 entsprechende Meldungen.

Wenn die städtischen Beamten ausrücken, versuchen sie den Verursacher zu ermitteln. In der Regel sind die Erfolgsaussichten gering. Es sei denn, es gibt im Abfall irgendwelche Hinweise auf den Besitzer. Wer erwischt wird, zahlt eine Geldstrafe. Die Strafzahlungen fangen bei ungefähr 50 Euro an und können je nach Umfang und bei Wiederholungstätern durchaus mehr als 1000 Euro betragen. Sind die Ermittlungen des Ordnungsamtes abgeschlossen, räumt der Din-Service den Müll weg, letztlich auf Kosten der Steuerzahler.

Wild entsorgt werden in Dinslaken ganz unterschiedliche Dinge: kaputte Elektrogeräte, Bauschutt, der normale Hausmüll. Häufig werden auch ausrangierte Gegenstände illegal abgeladen, obwohl sie der Sperrmüll abholt oder sie im Wertstoffhof abgegeben werden können - kostenlos. "Niemand muss sich hier im Schatten der Dunkelheit seiner alten Sachen entledigen", sagt Dickhäuser.

Der Sperrmüll wird jede Woche abgefahren, darunter fallen beispielsweise Schränke, Tische, Matratzen, Waschmaschinen, Computer oder Fernseher. Am Wertstoffhof können außerdem Pappkartons und Altmetalle kostenfrei abgegeben werden, für Bauschutt fallen einige Euro Gebühren an. Frank Sachse von der Lessingstraße hat sich in der vergangenen Woche beim Ordnungsamt beschwert. Immerhin: Seitdem kümmert sich der Din-Service besonders um diese Ecke, die Situation in der Lessingstraße hat sich zumindest vorübergehend entspannt.

Quelle: RP
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