| 00.00 Uhr

Dinslaken
Windrad wird in die Halde "gedübelt"

Dinslaken: Windrad wird in die Halde "gedübelt"
Auf der Halde soll bis Ende diesen Jahres ein Windrad errichtet werden. FOTO: Hans Blossey
Dinslaken. Sonne, Biomasse, Grubengas und Wind sollen aus Lohberg einen CO2-neutralen Energiestandort machen. Auf der Halde beginnen in den kommenden Wochen die Bauarbeiten für die Windenergieanlage. Von Michael Turek

Mehrere Partner haben sich auf den Weg gemacht, um den Ortsteil Lohberg zum CO2-neutralen Plusenergiestandort zu wandeln. Energie, die in dem Stadtteil verbraucht wird, wird vor Ort erzeugt. Und das auf unterschiedliche Arten: Wind, Sonne, Biomasse oder Grubengas. Eines haben sie gemeinsam, es sind regenerative Energien. Was geplant ist, wurde beim 10. Debattenort, zu dem ins Ledigenheim eingeladen wurde, erläutert.

Energieerzeugung Lohberg - dazu gehört die Photovoltaikanlage auf dem Dach der Rettungs- und Feuerwache, dazu gehört die Nutzung von Biomasse und Grubengas. Dazu muss auch die Windkraft gezählt werden. Um sie zu nutzen, wird in den nächsten Wochen und Monaten auf der Halde gebaut. Dort wird zunächst der Baugrund vorbereitet, dann kommt das Fundament, auf dem dann das Windrad errichtet wird.

Der Durchmesser des Rotors beträgt 115 Meter, die Nabenhöhe 135 Meter. Bei der Veranstaltung im Ledigenheim stellte Arno Gedigk, Abteilungsleiter bei den Stadtwerken, vor, welche Auswirkungen das Windrad haben wird. Die Entfernung bis zur Wohnbebauung in Hünxe-Bruckhausen beträgt 600 Meter, Oberlohberg ist rund 500 Meter entfernt. Beim Lärmschutz werden nach Auskunft von Arno Gedigk alle Grenzwerte eingehalten. Der liegt bei 40, 45 Dezibel. Und sollte einmal der Fall eintreten, dass die Anlage zu laut ist, schaltet sie sich automatisch ab, so Gedigk. Um einen sicheren Baugrund zu haben, werden im Sommer 200 Rüttelstopfsäulen mit je 20 Meter Tiefe hergestellt. Insgesamt werden 2100 Tonnen Kies und Splitt eingefüllt und gepresst. "Wie ein großer Dübel", umschrieb Gedigk dieses Verfahren, bei dem ein Rüttelgerät säulenförmig das Erdreich bis auf tragenden Grund seitlich verdrängt und den so entstandenen Hohlraum beim Herausziehen mit Kies oder Schotter verdichtend ausfüllt. Dieses Verfahren wird häufig in Deponiehalden eingesetzt, um den Baugrund zu verbessern. Das geplante Windrad ist mit einem Generator ausgestattet, der eine Leistung von drei Megawatt hat und 9000 Megawattstunden pro Jahr erzeugt. Damit erzeugt die Anlage genügend Strom, um rund 3000 Haushalte zu versorgen. Für dieses Windrad-Projekt haben sich die Stadtwerke Dinslaken, die RAG und die Mingas-Power GmbH zur Windkraft Lohberg GmbH zusammengeschlossen. Die Netzanbindung erfolgt an der Umspannstation auf dem Gelände an der neuen Osttangente, dem ehemaligen Zechenanschluss. Bis Ende des Jahres kann die Anlage stehen. Als Termin für die Inbetriebnahme der Windkraftanlage mit einem Investitionsvolumen von 5,5 Millionen Euro wird der 1. Januar 2016 angestrebt.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Dinslaken: Windrad wird in die Halde "gedübelt"


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.