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Dinslaken
"Wir müssen Geld in die Hand nehmen"

Dinslaken. Bei seinem sommerlichen Empfang im Burginnenhof verteidigt Bürgermeister Dr. Michael Heidinger die Investitionen in die Stadtentwicklung und betont die Bedeutung der Gesundheitswirtschaft für Dinslaken. Von Jörg Werner

Der Bürgermeister hatte, daran ließ er bei seinem sommerlichen Empfang im Innenhof des Rathauses gestern keinen Zweifel, ein angenehmes Wochenende hinter sich. Am Samstag hat Dinslaken mit einem Frankreichfest den neu gestalteten Stadtpark eröffnet, am Sonntag hatte das Stadthistorische Zentrum, bestehend aus Museum und dem neuen Stadtarchiv, zum ersten "Markt der Geschichte" eingeladen. Auf beiden Veranstaltungen hat er viel Lob gehört, das er als Zeichen dafür interpretiert, dass die Dinslakener die beiden Plätze in der Innenstadt "mit Freude" angenommen haben und dass die Umgestaltung der Stadt trotz aller damit verbunden Unannehmlichkeiten insgesamt lohnenswert ist. "Stück für Stück gewinnt die Stadt wieder an Attraktivität, bei der eigenen Bevölkerung genauso wie in der Wahrnehmung von außen", sagte Michael Heidinger. "Dinslaken wird wahrgenommen, und zwar als positives Beispiel einer Stadt, die ihre Zukunft planmäßig in die eigene Hand nimmt."

Heidinger verteidigte deswegen auch die Millionen-Investitionen der vergangenen Jahre und die zukünftigen. "Es ist wichtig, dass wir als Stadt Geld in die Hand nehmen, um damit längst überfällige Investitionen zu tätigen wie bei den Schulen, der Kathrin-Türks-Halle und anderen öffentlichen Gebäuden", erklärte der Bürgermeister. Wer heute am falschen Ende spare, verschiebe alle Probleme auf die nachwachsende Generation. Heidinger wies daraufhin, dass jede öffentliche Investition private Investitionen nach sich ziehe. Vivawest investiere in die Gebäudesanierung in Lohberg, die IMMEO-Wohnen habe die Häuser im Blumenviertel aufgewertet, das Unternehmen Hellmich habe die Neutor-Galerie gebaut, die Tecklenburg-Gruppe errichte die Schatzkammer in der Altstadt, nannte er einige Beispiele. All dies sichere Dinslaken eine gute Zukunft im Wettbewerb der Städte der Region.

Und der Bürgermeister will weg von dem "Märchen", dass der Haushalt von "klammen Kommunen" solche Investitionen nicht hergebe. "Klamme Kommunen" - das klänge so, als ob die Städte und Gemeinden unfähig wären, mit ihrem Geld umzugehen. Die Wahrheit sei, dass 90 Prozent aller Ausgaben im Dinslakener Haushalt fremdbestimmt seien. Die müsse die Stadt leisten, weil sie Gesetze ausführen müsse, die ihr insbesondere der Bund aufgedrückt habe. Wenn in Dinslaken also die Grundsteuer erhöht werden müsse, so nicht weil die Stadt das Geld für eigene Projekte brauche, sondern weil sie Rechnungen für Dinge bezahlen müsse, die andere bestellt hätten. Wenn der Bund endlich die Kosten für das übernehme, was er bestellt, brauche niemand mehr über "klamme Kommunen" zu schwadronieren. "Und das werden wir den Dinslakener Steuerzahlern deutlich erklären, wenn wir die Debatte zur Erhöhung der Grundsteuer führen", sagte Heidinger.

In jedem Jahr steht der sommerliche Empfang des Bürgermeisters unter einem Schwerpunktthema, das sich an den eingeladenen Gästen ablesen lässt. In diesem Jahr war es die Gesundheitswirtschaft, die laut Heidinger eine für die Stadt prägende Branche ist, die Lebensstandard und Lebensqualität in Dinslaken wesentlich bestimme. Die Adressdatei "Gesundheitswirtschaft" umfasse in Dinslaken mehr als 300 Einträge. Hinter jedem dieser Einträge stehe ein Team von Mitarbeitern, die in Dinslaken den Lebensunterhalt für sich und ihre Familien verdienten. Und weil in der Gesundheitswirtschaft eine gute Ausbildung von großer Bedeutung sei, seien deren Betriebe auch wichtige Träger für die Ausbildung und die Berufsperspektive junger Menschen. Dies seien Gründe genug gewesen zu diesem Empfang einmal die einzuladen, die im Bereich Gesundheit, Vorsorge und Rehabilitation ihr Geld verdienten. Dinslaken sei stolz auf seine medizinische Infrastruktur, zu der neben den hauptberuflichen auch jede Menge ehrenamtlich organisierter Dienste gehörten, in Wohlfahrts- und Sozialverbänden, in Selbsthilfegruppen und Kirchen. Sie alle einzuladen, hätte den Rahmen des Empfangs gesprengt, "aber ich möchte dies ausdrücklich herausheben und mich bei allen ehrenamtlichen arbeitenden Menschen im Gesundheitsbereich ganz herzlich bedanken", sagte der Bürgermeister.

Quelle: RP
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