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Voerde
Wohnbau wartet auf Konzept der Stadt

Voerde: Wohnbau wartet auf Konzept der Stadt
Das Gelände der ehemaligen Pestalozzischule an der Alexanderstraße soll zu einem Wohnquartier entwickelt werden. FOTO: Lars Fröhlich
Voerde. Ob und inwieweit sich die Dinslakener Wohnungsbaugesellschaft auf dem ehemaligen Gelände der Pestalozzischule engagiert, hängt von den Rahmenbedingungen ab. Kaufpreis von 2,1 Millionen Euro wird als nicht erzielbar angesehen.

Gespannt ist die Wohnbau Dinslaken auf das Konzept, das die Stadt zur Weiterentwicklung des Geländes der ehemaligen Pestalozzischule zu einem Wohnquartier vorlegen wird. Vor einem Monat hatte sich die Wohnungsbaugesellschaft mit einem Alternativvorschlag eingebracht, der auf eine offene Bauweise statt auf eine auch im Raum stehende "geschlossene Blockbebauung" mit Innenhöfen setzt. Zudem ist der Wohnbau eine "soziale Durchmischung" wichtig, um verschiedene Schichten zum Zuge kommen zu lassen und langfristig "etwas Gutes für die Stadt" zu haben, wie Geschäftsführer Wilhelm Krechter erklärt. Letzteres ließe sich seiner Einschätzung nach etwa dadurch realisieren, dass die drei im Wohnbau-Entwurf dargestellten Baukörper im nördlichen Teil des alten Schulgeländes mit Eigentumswohnungen, frei finanzierten und mit teils öffentlich geförderten Wohnungen belegt werden. Für den südlichen Bereich weist der Wohnbau-Plan Einfamilienhäuser aus, die Flächen könnte nach Ansicht Krechters die Stadt selbst entwickeln und vermarkten.

Ob und wie weitgehend sich die Wohnbau am Ende auf dem riesigen Areal engagieren würde, hängt zunächst einmal von den Rahmenbedingungen ab. "Das Konzept muss auf den Tisch. Das ist das A und O", betont Krechter, das müsse nach den Ferien passieren. Liegt selbiges vor, müsse man schauen, inwiefern man es bedienen könne. Da gehe es um die Bebaubarkeit des Geländes und die Geschossigkeit, viele Details müssten zusammengefügt werden. Beim öffentlich geförderten Wohnungsbau sind bestimmte Kriterien einzuhalten, benennt Wohnbau-Prokurist Roland Schmette einen weiteren zu beachtenden Punkt. Tiefgaragen, wie sie zur Diskussion stehen, wären da etwa ausgeschlossen. All diese Aspekte müsse die Stadt abarbeiten, erläutert Wilhelm Krechter, die Wohnbau sei gespannt darauf, was kommt.

Nicht zuletzt spielen die Frage der Finanzierbarkeit und die des Bedarfs eine Rolle, wie Krechter betont. Den Kaufpreis, den die Stadt für das alte Schulgelände im Zuge des vorgeschalteten Investorenwettbewerb verlangt hat und der ihr zufolge daran gescheitert war, hatte einer der beiden Wettbewerbsteilnehmer vor zwei Wochen bei der Bürgeranhörung kritisch aufs Tapet gebracht: Architekt Karl-Heinz Hülsdonk erklärte, dass auf dem Areal vielleicht auch sechsgeschossig gebaut werden müsse, um die geforderten 2,1 Millionen Euro zu erzielen.

Das aktuell formulierte Ziel aber lautet, die Gebäudehöhe auf maximal drei Geschosse plus Dachgeschoss zu begrenzen. "Auch mit dem Konzept, das wir vorgestellt haben, lassen sich die 2,1 Millionen Euro nicht erreichen", betont Wilhelm Krechter, auch dann nicht, wenn das gesamte Areal, also inklusive der Einfamilienhäuser, entwickelt würde. Er verweist zudem auf weitere Aufwendungen, die mit dem Kauf zu leisten sind. So kämen noch die Kosten für den Abriss der alten Schulgebäude hinzu - und die Grunderwerbssteuer. "Die Nebenkosten sind stark gestiegen", gibt Krechter zu bedenken.

(P.K.)
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