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Voerde
Zeelink - neue Erdgasleitung auf Voerder Gebiet

Voerde. Vertreter des Unternehmens Open Grid Europe stellen Projekt im Planungs- und Umweltausschuss vor. Von Heinz Schild

Nicht nur die Planungen des Bundesverkehrsministeriums mit dem strittigen Bau der neuen B 8 beschäftigen die Voerder, sie sind auch von der Trassenplanung der Firma Open Grid Europe betroffen, die die Verlegung der Zeelink-Fernleitung vorbereitet. Vertreter des in Essen ansässigen Unternehmens stellten das Projekt den Mitgliedern des Voerder Planungs- und Umweltausschusses jetzt vor.

Bei Zeelink handelt es sich um eine 215 Kilometer lange Erdgaspipeline, die durch NRW verlegt werden soll und der Umstellung von L- auf H-Gas dient. Die beiden Erdgasarten unterscheiden sich insbesondere hinsichtlich ihres Methangehaltes. Die Förderung von L-Gas wird bis 2030 voraussichtlich um 90 Prozent sinken. Dies macht die Umstellung auf H-Gas erforderlich. Die neue Leitung, die als ein wichtiger Beitrag zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit in Deutschlang angesehen wird, soll von der belgisch-deutschen Grenze in Lichtenbusch bis Sankt Hubert bei Krefeld und weiter nach Legden bei Ahaus verlaufen. Dabei ist vorgesehen, dass die Leitung auch über Voerder Gebiet führen wird, wie Trassenplaner Carsten Schulze den Ausschussmitgliedern berichtete. Das Gesamtinvestitionsvolumen für dieses Vorhaben wird bei über 600 Millionen Euro liegen. Das Raumordnungsverfahren findet in diesem Jahr statt, das Planfeststellungsverfahren in 2017 und 2018. Es schließt sich die Bauphase in den Jahren 2019 und 2020 an. Die Inbetriebnahme der neuen Erdgaspipeline ist für März 2021 vorgesehen.

Während des Baus wird für die unterirdische Verlegung der Leitung ein Arbeitsstreifen von 38 Metern Breite benötigt. Die Planer haben für ihr Vorhaben auf Voerder Stadtgebiet die Größe des Vorzugskorridor mit 600 Hektar errechnet. Zwar gibt es eine weitere Variante, bei der nur 200 Hektar benötigt werden, doch spreche unter anderem die Inanspruchnahme von Naturschutzflächen gegen diese Alternative. Es wurden bereits mehrere Stellen (Walsum, Emschermündung, Spellen, Ork) untersucht, an denen die Leitung den Rhein queren könnte.

Gegenwärtig befinde man sich in der Findungsphase für den Trassenverlauf. "Unser Ziel ist es, gemeinsam mit Ihnen eine Trasse zu finden, die am besten für alle und mit allen abgestimmt ist", sagte ein Vertreter von Open Grid Europe. Angestrebt wird eine umweltverträgliche Trassenführung, damit die Eingriffe in die Natur so gering wie möglich ausfallen.

Voerdes Planungsdezernent Wilfried Limke sagte, dass notwendige Ausgleichsmaßnahmen in Voerde stattfinden sollten und nicht irgendwo anders. Ingo Hülser (CDU) sprach sich dafür aus, dass das Unternehmen frühzeitig auf die Grundstückseigentümer zugeht, die von dem Projekt betroffen sind, und Entschädigungsfragen mit ihnen klärt.

Quelle: RP
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