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Voerde
Zeit für Begegnung mit Flüchtlingen

Voerde. Im Rathaus erfuhren die Voerder etwas über die Lebensgewohnheiten der Menschen aus dem Irak und Syrien. Von Florian Langhoff

Es war voll geworden im Saal des Voerder Rathauses. Mit etwa 70 Teilnehmern hatte das Organisatorenteam des Abends, bestehend aus Ehrenamtlern, Flüchtlingen und Angestellten der Stadtverwaltung, gerechnet. Stattdessen fanden etwa 150 Personen den Weg in den Ratssaal. "Ich freue mich, dass so viele Flüchtlinge und Bürger gekommen sind", sagte Bürgermeister Dirk Haarmann zur Begrüßung der Gäste. "Es geht hier heute nicht um das persönliche Schicksal der Flüchtlinge, sondern um die Lebensgewohnheiten und den Alltag in ihren Ländern", erklärte der Bürgermeister.

Darüber konnten sich die Besucher an Schautafeln informieren. Hier gab es Fotos zu sehen, die von den Flüchtlingen aus ihren Heimatländern Irak und Syrien mitgebracht wurden. Außerdem präsentierten sich Künstler aus den beiden Ländern. Besonders eindrucksvoll dabei waren die monochromen Aquarellmalereien des syrischen Flüchtlings Hasan Hasan. Der berichtete, gemeinsam mit dem ebenfalls aus Syrien geflüchteten Ahmed Esmail und Kahtan Shamo Murad aus dem Irak, über das Leben in der Heimat und die Gründe für die Flucht. Interviewt von Gertrud Boymann berichteten die drei Flüchtlinge auf Deutsch von ihrem Alltag.

"Es war sicher und es gab Arbeit. Viele hatten Träume, doch die hat der Krieg zerstört", berichtete Ahmed Esmail, der als Kurde aus der Stadt Kobane geflohen war.

Auch die anderen beiden Flüchtlinge berichteten über ihr Leben in der Heimat, ihre Flucht und ihr Ankommen in Deutschland. "Ich möchte hier studieren und wenn der Krieg in meinem Land vorbei ist, möchte ich zurückgehen und es wieder aufbauen", sagte Hasan Hasan, der nicht nur künstlerisch talentiert ist, sondern in seiner Heimat auch Jura studiert hatte.

Als Brücke zwischen den Kulturen sollte an diesem Abend das Essen dienen. Die Flüchtlinge hatten traditionelle Speisen aus ihren Ländern zubereitet. Ein geschmackvoller Einstieg in die Kultur der beiden Herkunftsländer. Dieser wurde ergänzt durch ein Quiz zu Deutschland, Syrien und dem Irak, bei dem sowohl die Flüchtlinge als auch die Voerder Bürger eifrig miträtselten.

Drei Monate hatte das Organisationsteam an dem bunten Abend der Begegnung und dem entsprechenden Programm dazu gefeilt. Dieses Mal wurden nur der Irak und Syrien mit den Flüchtlingen, die von dort kommen, vorgestellt. "Das ist eine Veranstaltung, die wir durchaus gerne wiederholen würden", sagte Walter Leward, der die Veranstaltung moderierte. Vielleicht wird es also demnächst noch weitere Begegnungsabende im Voerder Rathaus geben.

Quelle: RP
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