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Reportage Am Montag
Zu Fuß durchs Naturschutzgebiet

Reportage Am Montag: Zu Fuß durchs Naturschutzgebiet
Peter Malzbender (Mitte), Vorsitzender der NABU im Kreis Wesel zeigt den Gästen ein Geweih von Heinz Lindenkamps Grundstück. FOTO: Martin Büttner
Dinslaken. Zur Erkundung des Mühlbachtals hatte der Förderverein Natur- und Landschaftsschutz Hünxe geladen. Der Hintergrund der Wanderung: Die Pläne in der Kommune, einen Windkraftpark rund um das Naturschutzgebiet zu bauen. Von Florian Langhoff

Hünxe Auf dem Grundstück von Heinz Lindekamp, dem Vorsitzenden des Fördervereins Natur- und Landschaftsschutz Hünxe, brummt der Motor einer Arbeitsbühne. Bis auf 33 Meter Höhe können sich die Besucher hier fahren lassen. "Damit sollten die Gäste einen Eindruck vom Naturschutzgebiet bekommen, aber auch von der Größe der Windkraftanlagen, die hier entstehen sollen", erklärt Heinz Lindekamp. Denn verglichen mit den 150 Meter hohen Türmen, die in Zukunft hinter seinem Haus in den Himmel ragen könnten, ist selbst diese Höhe noch ziemlich gering. Das ist auch an einer Zeichnung erkennbar, die den Blick vom Haus aus auf das Mühlbachtal mit den geplanten Windkraftanlagen zeigt.

Aber die Teilnehmer an der Exkursion sollen das Mühlbachtal selbst erleben. Über die Wiese von Heinz Lindekamp geht es direkt an den Waldrand. Ein Blick zeigt hier die unberührte Natur. "Dieser Platz hier ist ideal für Rotwild", erklärt Peter Malzbender, Vorsitzender der NABU-Kreisgruppe Wesel. Das bestätigt auch Heinz Lindekamp, der ein Foto einer Herde von gut 40 Hirschen hat, die jeden Tag an seinem Grundstück vorbeiziehen. Auf diesem hat er auch ein Hirschgeweih gefunden, dass er den Besuchern präsentiert. "Das zeigt, dass wir hier einen Raum haben, in dem sich die Tiere sicher fühlen", erläutert Peter Malzbender weiter.

Von der Arbeitsbühne blickt Heinz Lindekamp mit dem Fernglas über das Naturschutzgebiet, dass direkt an seinem Grundstück liegt.

Heinz Lindekamp deutet derweil in den Wald. "Dort hinten soll das erste Windrad stehen", erklärt er den Exkursionsteilnehmern. Unmittelbar neben dem Naturschutzgebiet. "Wenn dort ein Windrad hinkommt, wäre das eine Katastrophe. Das ist unverantwortlich", sagt Peter Malzbender. Für die Teilnehmer geht es dann auf den Wegen durch das Waldgebiet im Mühlbachtal weiter. Nach der Ankündigung der Exkursion hatte Heinz Lindekamp eine E-Mail vom Kreis Wesel erhalten mit dem freundlichen Hinweis, dass die Führung nur über die Wege führen dürfe. "Als Fußgänger darf man nur bis 50 Meter an den Mühlbach heran. Die Windkraftanlage soll später zehn Meter danebenstehen", sagt der Vorsitzende des Fördervereins Natur- und Landschaftschutz Hünxe.

Über Wege im Wald und Straßen außen herum führt die Wanderstrecke. Immer wieder zeigt Lindekamp dabei auf die Stellen, an denen in Zukunft die Windkraftanlagen stehen sollen. Dabei findet der Vorsitzende des Fördervereins für Natur- und Landschaftsschutz gerade die nahe am Naturschutzgebiet unverständlich. "Es geht ja nicht nur um die Anlagen, sondern auch um deren Aufstellung", sagt Lindekamp und befürchtet, dass dafür große Straßen durch den Wald getrieben werden müssten. Kopfschütteln bei den Exkursionsteilnehmern.

Nach gut zwei Stunden kehrt die Gruppe wieder zu ihrem Ausgangspunkt zurück. Die Exkursionsteilnehmer diskutieren, was sie gesehen haben. "Wir wollten mit dieser Führung mehr Menschen dazu motivieren, sich hier zu engagieren", sagt Heinz Lindekamp. "Viele Hünxer kennen das Mühlbachtal überhaupt nicht." Generell sei sein Verein nicht gegen Windkraftanlagen. Nur eben direkt neben dem Naturschutzgebiet müssten sie nicht aufgestellt werden. Das sieht auch Peter Malzbender so, der eine Gefährdung von Uhus und anderen Greifvögeln und Fledermäusen durch die Anlagen befürchtet. "Wir werden uns da als NABU mit Sicherheit nicht ruhig verhalten", versichert er. Der Streit um die Windkraftanlagen dürfte also weitergehen.

Quelle: RP
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