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Güterzug in Dinslaken entgleist
Diebe werfen Geldautomat auf Schienen - über 500.000 Euro Schaden

Dinslaken: Diebe werfen Geldautomaten auf Schienen
Dinslaken. Der Zugverkehr zwischen Oberhausen und Wesel ist seit dem frühen Donnerstagmorgen unterbrochen. Diebe hatten in der Nacht einen Geldautomaten auf die Gleise in Dinslaken geworfen. Dadurch entgleiste ein Zug. Dieser hatte unter anderem Gefahrgut geladen.

Am frühen Donnerstagmorgen um kurz nach halb drei haben Diebe im Bahnhof Dinslaken einen Geldautomaten aus der Verankerung gerissen. Das sagte ein Sprecher der Bundespolizei in Kleve unserer Redaktion. Der Geldautomat wog demnach rund 500 Kilogramm und enthielt etwa 25.000 Euro.

Um an das Geld zu kommen, warfen sie den Geldautomaten auf die Gleise. Ein Güterzug aus den Niederlanden erfasste diesen, durch die Wucht des Aufpralls entgleiste der Triebwagen. Verletzt wurde niemand, sagte der Sprecher. Der Güterzug hatte auch Gefahrgut geladen: Flüssiggase, Kältemittel und Harzlösung. Glücklicherweise ist nichts davon ausgetreten. 

Luftbilder - Zug in Dinslaken nach Zusammenstoß mit Geldautomat entgleist FOTO: Arnulf Stoffel

Eine Sprecherin der Bundespolizei sagte unserer Redaktion, der Schaden an dem Geldautomaten betrage mindestens 20.000 Euro. Ersten Schätzungen zufolge kommen dazu rund 100.000 Euro für die beschädigten Oberleitungen und 500.000 Euro für das Triebfahrzeug.

Noch gar nicht zu beziffern sind die Kosten für die Reparatur des beschädigten Gleisbettes und der Schienen sowie mögliche Schäden an den Waggons. Die dafür erforderlichen Instandsetzungsarbeiten werden, so ein Bahnsprecher, länger andauern.

Um die entgleiste Lok wieder auf die Schienen zu heben, werde ein Bergungszug eingesetzt, sagte die Sprecherin. Das Verfahren sei sehr kompliziert, es könne daher noch länger dauern. Dabei wird die Lok wieder auf die Schienen gesetzt, aufgebockt und erhält ein so genanntes Hilfsdrehgestell (vergleichbar mit einem Ersatzrad), damit sie wieder fahren kann.

Diebe werfen Geldautomaten auf Schienen - Zug entgleist FOTO: Arnulf Stoffel

Täter flohen ohne Geld

Entgegen ersten Meldungen wurde der im Geldautomaten befindliche Tresor durch den Zusammenprall mit der Bahn doch zerstört. Als der Zug  von SBB Cargo, der Schweizer Bahn, über den Geldautomaten fuhr, verteilten sich Teile des Geldes auf den Schienen und in der Umgebung. Die Täter flohen jedoch, ohne das Geld einzusammeln. Das übernahm dann die Polizei.

Der Lokführer habe einen Gegenstand auf den Schienen gesehen, sagte die Sprecherin, und daraufhin sofort eine Notbremsung eingeleitet. Den Zusammenstoß mit dem Geldautomaten habe er aber nicht mehr verhindern können.

Der entgleiste Zug kam nicht weit vor der Überführung Hünxer Straße zum Stillstand. Dort hätte es nach Einschätzung eines Augenzeugen vor Ort zu einer Katastrophe kommen können, da der Zug die Böschung hätte hinunterstürzen können.

Betroffen von der Sperrung war der RE 5 Wesel-Koblenz in beide Richtungen. Die Züge aus Richtung Duisburg Hbf endeten laut Bahn vorzeitig in Oberhausen Hbf, die Züge zwischen Wesel und Oberhausen sind ausgefallen. 

Die Bundespolizei sucht Zeugen und bittet um Hinweise zu dem Vorfall unter der kostenfreien Hotline Nummer 0 800 6 888 000

(csr)
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