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Dinslaken
Zur Erinnerung an Jeanette Wolff

Dinslaken: Zur Erinnerung an Jeanette Wolff
Jeanette Wolff FOTO: Stadtarchiv Dinslaken
Dinslaken. Stadt Dinslaken schreibt Kunstwettbewerb für eine Skulptur aus.

Der Name Jeanette Wolff ist verwoben mit dieser Stadt. Als Jüdin, ehemals Stadtverordnete in Berlin und später Mitglied des Deutschen Bundestages, wurde sie in Dinslaken nach der Machtübernahme der Nazis zunächst in Schutzhaft genommen, nach den Novemberpogromen 1938 in Dortmund verhaftet, mit ihrer Familie in verschiedene Konzentrationslager deportiert. Bis auf sie und ihre Tochter Edith starben alle Familienangehörige. "Mit Hass kann ich nicht leben", sagte Wolff. Und so setzte sie bis zu ihrem Tod auf Verständigung, Aussöhnung und Gleichberechtigung.

Abgesehen von der nach ihr benannten ehemaligen Realschule trägt der Platz zwischen Neutor-Galerie und Rutenwall ihren Namen. Deutlich werden soll das auch durch eine Skulptur, für die nun ein Kunstwettbewerb, dotiert mit insgesamt 2000 Euro, ausgeschrieben wurde. Künstlerinnen und Künstler können sich bis 16. September an dem mehrstufigen Verfahren beteiligen und Entwürfe einreichen. Das Realisieren des preisgekrönten Entwurfs will sich die Stadt inklusive Honorar maximal 30.000 Euro kosten lassen. Das Geld für das Aufstellen der Skulptur ist darin nicht eingerechnet. Der nötige Betrag dafür wird ebenfalls von der Stadt übernommen.

Im Rathaus geht man davon aus, dass der letztlich prämierte Entwurf die Aufenthaltsqualität des Platzes steigert und die Werte widerspiegelt, für die Jeanette Wolff gestanden hat. Sollten mehr als zehn Entwürfe beziehungsweise Modelle eingereicht werden, wird die Jury zehn Arbeiten für den Entscheid auswählen. Die Arbeiten würden dann vom 30. September bis 15. Oktober ausgestellt. Die Bürger können sich durch Stimmkarten mehrheitlich für einen Entwurf aussprechen. Dieses Votum wird bei der Auswahl durch die Jury gleichwertig berücksichtigt.

Der Jury angehören werden unter anderem der Vorsitzende des Kulturausschusses, Ronny Schneider, sein Stellvertreter Thomas Groß, Dr. Rolf Jessewitsch, Direktor des Kunstmuseums Solingen, Georg Elben, Leiter des Skulpturenmuseums Marl, sowie örtliche Kunstsachverständige, beispielsweise Gabriele Scholz als Vorsitzendes Kulturkreises Dinslaken. Die Jury behalte sich vor, hieß es, ihre Entscheidung nicht zu kommentieren. Die Skulptur wird nach Prämieren und Aufstellen Eigentum der Stadt.

Einzelheiten und Modalitäten des Wettbewerbs stehen im Internet ("http://www.dinslaken.de/" wettbewerb), alternativ können die schriftlichen Unterlagen unter dem Stichwort "Künstlerwettbewerb Jeanette Wolff" beim Museum Voswinckelshof, Elmar-Sierp-Platz 6, 46535 Dinslaken, angefordert werden.

Quelle: RP
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