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Dinslaken
Zwei Beschuldigte wieder auf freiem Fuß

Dinslaken: Zwei Beschuldigte wieder auf freiem Fuß
Polizeieinsatz in der Fliehburg am Mittwoch: Am Morgen nahm die Polizei einen Mann fest, am Abend zwei weitere. Diese beiden sind aber inzwischen wieder auf freiem Fuß. FOTO: Stoffel
Dinslaken. Die zwei Brüder aus Syrien, die die Polizei am Mittwochabend in der Fliehburg festgenommen hat, sind wieder auf freiem Fuß. Den dritten Festgenommenen schickte der Haftrichter dagegen in Untersuchungshaft. Von Jörg Werner

Der Fall wird so langsam unübersichtlich. Schon am Freitag setzte die Polizei im rheinland-pfälzischen Mutterstadt den 24-jährigen Khaled H. fest. Die Polizei reagierte damit auf den Tipp eines Informationen, wonach H. einen Anschlag auf ein Fußball-Bundesligaspiel geplant haben soll. Von H. führte die Spur in die Dinslakener Flüchtlingsunterkunft an der Fliehburg.

Hier griff die Polizei am Mittwoch dieser Woche zu. Am Morgen verhaftete sie einen 25-Jährigen. Am Abend zwei weitere Männer, Brüder, 20 und 22 Jahre alt. Die ermittelnde Duisburger Staatsanwaltschaft erklärte, dass alle vier Festgenommen, die nach eigenen Angaben aus Syrien stammen, der "Verabredung zu einer schweren staatsgefährdenden Straftat verdächtig seien und beantragte Haftbefehl gegen die drei in Dinslaken Festgenommenen. Khalid H., der auch in der Fliehburg gemeldet ist, sitzt bereits in Untersuchungshaft.

Gestern nun teilte die Staatsanwaltschaft mit, dass der Haftrichter gegen den am Mittwochmorgen festgesetzen 25-Jährigen ebenfalls Haftbefehl erlassen hat. Gegen die beiden Brüder gebe es dagegen keinen dringenden Tatverdacht mehr. Sie seien wieder auf freiem Fuß. Aber auch gegen diese beiden Beschuldigten werde weiter ermittelt. Sie sind nach RP-Informationen wieder zurück in der Fliehburg.

Gleichzeitig erklärte die Staatsanwaltschaft, dass die "bisherigen polizeilichen und staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen keine Hinweise auf eine konkrete Gefahrenlage - insbesondere im Zusammenhang mit einem Fußball-Bundesligaspiel - ergeben haben". Das deckt sich mit den Aussagen des nordrhein-westfälischen Innenminister Ralf Jäger, der dies bereits am Mittwoch erklärt hatte. Jäger hatte aber auch erklärt, dass der jetzt in Untersuchungshaft genommene 25-Jährige aus der Fliehburg im Verdacht stehe, in Syrien an Gewalttaten beteiligt gewesen zu sein. Das wird auch von Khalid H. berichtet. Nach Informationen von Spiegel online könnte H. in Syrien Mitglied einer Miliz gewesen sein. Darauf deuteten Fotos hin, die auf seinem Telefon und seinem Computer gefunden worden seien. Diese Fotos soll Gräueltaten dokumentieren und H. mit Maschinengewehren und Panzerfäusten zeigen. Noch unklar ist allerdings, auf welcher Seite der im Syrienkonflikt beteiligten Milizen H. gekämpft habe.

Es gebe aber auch Fotos, die auf Bezüge H.'s zur Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hindeuten könnten. Die Ermittler haben bislang allerdings keinen Hinweis darauf, dass H. zum Führungskader des IS gehöre, wie von einigen Medien berichtet wurde.

Wie Spiegel online weiter berichtet, sei der im Februar eingereiste H. in Deutschland schon vor seiner Festnahme mit kriminellen Taten wie Körperverletzung und Betrug aufgefallen. In der Fliehburg soll er sich laut Aussagen dortiger Mitarbeiter allerdings völlig unauffällig und ruhig verhalten haben.

Quelle: RP
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