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Dinslaken
Zwei Beste in einem Unternehmen

Dinslaken: Zwei Beste in einem Unternehmen
Geschäftsführer Wilhelm Krechter (re.) und Personalleiterin Andrea Payenberg (li.) sind stolz auf die Jahrgangsbesten Lino Kampen und Gisela Neukäter. FOTO: Kempken
Dinslaken. Gisela Neukäter (63) schloss vor 44 Jahren ihre Ausbildung bei der Wohnbau ab. Lino Kampen (22) hat seine Lehre bei der Wohnungsgesellschaft vor kurzem abgeschlossen. Beide wurden die Besten in ihrem Jahrgang. Von Navid Moshgbar

Sie haben etwas gemeinsam, der 22-jährige Lino Kampen und die 63-jährige Gisela Neukäter. Sie sind nicht nur Arbeitskollegen und arbeiten bei der Wohnbau Dinslaken. Sie haben auch beide ihre Ausbildung bei der Wohnungsgesellschaft gemacht und wurden anschließend übernommen. Soweit nicht ungewöhnlich - ganz besonders aber ist die dritte Gemeinsamkeit: Beide schlossen ihre Lehre als Jahrgangsbeste bei der Wohnbau ab. Kampen vor kurzem, seine Kollegin vor 44 Jahren.

"Wir sind stolz, dass wir wieder einen Jahrgangsbesten in unseren Reihen haben", sagt Geschäftsführer Wilhelm Krechter. Es habe in der Zwischenzeit auch weitere Wohnbau-Azubis gegeben, die in ihrem Jahrgang die Besten waren, sagt Personalchefin Andrea Payenberg. Diesmal ist es fast wie eine Ablösung: Lino Kampen wurde nach seiner Lehre übernommen, während Gisela Neukäter jetzt in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet wurde.

Eine weitere Gemeinsamkeit, allerdings mit Einschränkungen, ist die gemeinsame Berufsschule, die in der Zwischenzeit von Ratingen nach Bochum umgezogen ist. Und schon fallen erste Unterschiede auf. Während Gisela Neukäter, die damals noch den Nachnamen Kaldewey trug, 1970 scheinbar mühelos Lehrling wurde, musste Lino Kampen durch die allseits üblichen Tests und Auswahlgespräche, bevor er seinen Ausbildungsplatz in der Tasche hatte. "Ich hatte mich nur auf diese eine Stelle beworben", sagt Neukäter. Um Gisela Neukäter die Anfänge in Erinnerung zu rufen, holt Wohnbau-Geschäftsführer Krechter ihr Bewerbungsschreiben hervor: Beworben hatte sie sich auf Anraten eines Lehrers ihrer Handelsschule, der von freien Stellen bei der Wohnbau wusste. Als Referenz gab die künftige Auszubildende ihren Klassenlehrer an. Die Zusage per Post war nicht an die damals 16-Jährige adressiert, sondern an ihre Eltern.

Jede zweite Woche standen drei Tage Berufsschule in Ratingen-Hösel an. "Ich hatte mich zunächst verhört und dachte, ich muss nach Wesel", erinnert sich Gisela Neukäter. Wenn Samstagmittag die Schule aus war, konnte sie erst gegen 17 Uhr in Dinslaken sein. Kaum zu glauben, da hat es der Lehrling im Jahr 2016 besser: Die Berufsschule, nun in Bochum, unterrichtet die Azubis im Block, samt Übernachtung, fast wie in einem Internat. Dort erhielt Lino Kampen das theoretische Rüstzeug, um bei der Gesellenprüfung zu bestehen.

Diese beinhaltet eine schriftliche, und bei Bestehen, eine mündliche Prüfung bei der Industrie- und Handelskammer in Duisburg. Das war auch schon 1972 bei Gisela Neukäter so.

Mit drei oder vier anderen Prüflingen zusammen wurde ihr fachliches Wissen abgefragt. Die mündliche Prüfung 2016: ein simuliertes Mietergespräch.

Mit dem Ergebnis hatten beide nicht gerechnet. "Ich war ganz überrascht", sagen beide und meinen ihr Abschneiden als Jahrgangsbeste.

Quelle: RP
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