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Reportage Am Montag
Zwischen Caféturm und Kraftwerk

Dinslaken. Ein Samstagnachmittag im umgestalteten Bergpark zwischen Radfahrpausierenden, Neugierigen und Kaffeetrinkern. Von Florian Langhoff

Dinslaken Die Sonne scheint, ein konstanter Wind verhindert, dass die Temperaturen weit über die 20-Grad-Marke klettern. Dementsprechend ist auch der Bergpark auf dem ehemaligen Gelände der Zeche Lohberg relativ leer. Einige Radfahrer ruhen sich auf den Bänken aus, bevor es weitergeht. Ein paar Kinder radeln durch den Park oder spielen auf dem Gerüst mit den Rutschen. Eine Gruppe von Frauen mit Kopftuch geht spazieren, ein kleiner Junge füttert Enten, die es sich am Ufer des Weihers gemütlich gemacht haben. Auch im Café im Wasserturm herrscht nicht gerade Hochbetrieb. Hier kümmert sich die 20-jährige Marie Schrör vom Vorstand des Vereins Parkwerk um die Gäste. "Heute ist es nicht ganz so voll, was wohl auch am Wetter liegt", sagt sie. "Ansonsten wird das Angebot hier ganz gut angenommen. Es kommen die unterschiedlichsten Menschen her. Bewohner des Stadtteils selbst, aber auch welche, die mit dem Fahrrad hier vorbeikommen", berichtet sie. Aber schließlich warten hier neben kühlen und heißen Getränken auch hausgemachte Kuchen und türkischer Tee auf die Besucher.

Zwei davon sind Chris Seger und Annika Müller. Der 18-jährige Chris wohnt in Lohberg und wollte seiner Freundin Annika den Bergpark zeigen. "Ich bin zum ersten Mal hier im Café. Wir wollten uns mal anschauen, wie das geworden ist und es ist echt schön", sagt er. Da kann ihm auch seine Freundin nur zustimmen, die aus Friedrichsfeld kommt. "Es gefällt mir hier wirklich gut", sagt sie. Beide sind begeistert davon, was in kurzer Zeit aus dem ehemaligen Zechengelände geworden ist.

Ein Stück weiter im Inneren des Parks steht ein weiterer Besuchermagnet des Parks: Das "Kraftwerk", geplant von den Künstlern Folke Köbberling und Martin Kaltwasser, lockt einige Schaulustige in den Bergpark, die sich fragen, was es mit dem hölzernen Bauwerk auf sich hat. Zu ihnen gehört auch Dietmar Wibbelhoff, der mit dem Fahrrad aus Hiesfeld gekommen ist. "Ich komme öfter hier vorbei und habe gesehen, was gebaut wird. Heute bin ich zum ersten Mal hier drin", sagt er. Ulrich Kämmerling erklärt ihm das Konzept hinter dem "Kraftwerk", wo mehrere alte Fahrräder bereitstehen, um Strom zu erzeugen. "Demnächst soll man sie auch zusammenschalten können, um einen Film zu schauen oder Musik zu hören", erklärt Kämmerling dem Besucher.

Und dann darf Wibbelhoff direkt in die Pedale der Fahrräder treten. Neben ihm schwingt sich Melina Frickel auf einen anderen Drahtesel und strampelt kräftig mit. "Das geht doch ganz einfach", sagt die 12-Jährige. Dietmar Wibbelhoff ist da etwas andere Meinung: "Da kann man mal sehen, wie viel Energie man braucht, um eine Glühbirne zum Leuchten zu bringen oder ähnliche Sachen zu machen", sagt er und kommt schon leicht ins Schwitzen. "Ich finde, das ist eine gute Idee." Überhaupt ist auch er angetan von den Veränderungen, die in den vergangenen Monaten auf dem ehemaligen Zechengelände passiert sind. "Mein Vater hat früher als Bergmann hier gearbeitet und meine Frau wohnte dem Gelände quasi direkt gegenüber", erzählt Dietmar Wibbelhoff. "Daher interessiert mich, was hier passiert." Und deshalb wird auch er wieder in den Bergpark kommen.

Quelle: RP
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