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Dinslaken
Zwischen Industrie, Kunst und Freizeit

Dinslaken: Zwischen Industrie, Kunst und Freizeit
Kunst im Bergpark: Der rote "Hase" des Düsseldorfer Künstlers Thomas Schütte. Die Kohlenmischhalle der Zeche (links) wurde 2015 Spielort für die Ruhrtriennale. FOTO: Martin Büttner
Dinslaken. Mit dem Bergpark im Dinslakener Stadtteil Lohberg ist auf dem ehemaligen Zechengelände ein Ort entstanden, an dem Besucher nicht nur ihre Freizeit verbringen, sondern auch Kunst und Industrie hautnah erleben können. Von Florian Langhoff

An der Zufahrt zum Bergpark Lohberg ist die Industriegeschichte des Geländes noch am ehesten zu erkennen. Der Wasserturm der ehemaligen Zeche - sie wurde 2005 stillgelegt - steht hier als Landschaftsmarke und erfüllt gleichzeitig einen neuen Zweck: Mit dem "Parkwerk" hat die niederländische Künstlerin Jeanne van Heeswijk ein Projekt geschaffen, an dem sich Menschen aus dem Stadtteil beteiligen können. Schon jetzt ist der Raum unter dem Wasserturm als kleines Café eingerichtet, das ab Sommer 2018 dauerhaft geöffnet sein soll.

Vom Wasserturm aus können die Besucher ihren Blick schweifen lassen. An der einen Seite geht dieser hin zu den noch stehenden Industriegebäuden, die früher zur Zeche Lohberg gehörten. Ein erhaltenes Stück Industriekultur. Einst holten hier Bergleute Kohle aus dem Boden. Daran erinnert noch das Gerüst des Förderturms, an dem man auf dem Lohberg-Corso entlangwandern kann. Doch im eigentlichen Bergpark bekommen Besucher auf acht Hektar Fläche einiges geboten.

Am Eingang des Parks lädt ein Weiher zum Verweilen ein. Auf den Stegkonstruktionen am Ufer kann man dem Wasser ganz nah sein. Daneben laden Sitzmöglichkeiten auf Stufen, die zum Seeufer führen, dazu ein, sich zu entspannen und den Enten zuzusehen, die auf dem Wasser ihre Kreise ziehen. Dazu bieten sich auch die anderen, zahlreichen Sitzplätze rund um den See an. Wer es aktiver angehen möchte, der ist im Bergpark allerdings an der richtigen Adresse.

Auf dem breiten Weg zwischen dem Pakgelände und dem in Entstehung befindlichen Wohngebiet nebenan finden sich Radtrainer, an denen man seine Muskeln stählen kann. Und auch für den Bewegungsdrang der jüngsten Besucher ist gesorgt. Auf der ersten Bodenwelle, die sich vom Weiher her kommend erhebt, steht ein Gerüst mit Rutschbahnen. Überquert man die Bodenwelle oder läuft an ihr vorbei, findet sich dahinter eine weitere Erhebung, auf der sich neben einem Aufenthaltsplatz mit Bänken und Tisch auch Schaukeln und eine Fläche für die Trendsportart "Parkour" befinden. Hier bieten verschiedene Hindernisse aus Beton und Metallstangen zum Balancieren oder Hangeln die Möglichkeit, die eigenen Bewegungsfähigkeiten zu erproben. Angst vor Stürzen muss dabei niemand haben, denn der rötlich eingefärbte Boden auf der Fläche federt gummiartig nach. In die Bodenwelle hat man auch einen Querschnitt durch ein Kohleflöz eingebaut, das an die Vergangenheit des Bergparks erinnert.

Aber natürlich müssen Besucher nicht unbedingt sportlich aktiv werden. Sie können auch einfach nur durch den Park spazieren und die Blicke schweifen lassen. Über Rasenflächen mit Bodenwellen, den Weiher, die Bäume und Büsche auf der Halde, die den Bergpark überragt oder auf Kunstwerke. Denn mit dem Projekt "Choreographie einer Landschaft" haben Künstler den Park mitgestaltet. Das "Parkwerk" ist eines der Projekte, die so entstanden sind. Das aus Recyclingmaterial gefertigte "Kraftwerk" am Ufer des Weihers ein weiteres. In dem von den Künstlern Folke Köbberling und Martin Kaltwasser gestalteten Gebäude können Besucher auf umgebauten Fahrrädern in die Pedale treten und Strom erzeugen. So wird ersichtlich, wie viel Anstrengung nötig ist, um etwa eine Glühbirne zum Leuchten zu bringen.

Schon von weitem ist der rote "Hase" von Thomas Schütte zu sehen. Die Werke des Künstlers zierten schon den Trafalgar Square in London und den Central Park in New York. Auf dem Mittelpodest des ehemaligen Rundeindickers thront die Skulptur und lädt zur Betrachtung und Interpretation ein. Etwas suchen muss man dagegen das kleinste Kunstwerk im Park: Künstler Jakob Kolding hat ein in Bronze gegossenes Kohlestück als Erinnerung an die Zeche platziert.

Wer einen Spaziergang durch den Park macht, kann diesen übrigens auch dazu nutzen, nach dem kleinen Kunstwerk Ausschau zu halten. Ein Ausflug in den Bergpark Lohberg kann zu jeder Jahreszeit reizvoll sein. Zumal sich die Anlage mit den wechselnden Jahreszeiten auch immer etwas verändert und es jeweils etwas Neues zu entdecken gibt. Langeweile kommt hier sicherlich nicht auf.

Quelle: RP
 
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