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Dinslaken
Zwischen Nostalgie und Zukunft

Dinslaken: Zwischen Nostalgie und Zukunft
FOTO: jok
Dinslaken. Die Meinungen zum Ende des Trabrennsports in Dinslaken gehen auseinander. Während es den einen lieber wäre, die Trabrennbahn bliebe erhalten, hoffen andere auf die neue Entwicklung auf dem Gelände. Von Florian Langhoff

Die Stadt hat sich mit dem Trabrennverein geeinigt. Nach 2022 wird es keine Rennen in Dinslaken mehr geben. Das Gelände soll bebaut erden. Was sagen die Dinslakener dazu? "Ich kann mir Dinslaken ohne Trabrennbahn überhaupt nicht vorstellen", sagt Hans Peter Biersching. Der Dinslakener kann sich noch sehr genau daran erinnern, wie es war, als Kind mit seinem Vater zum Renntag zu gehen. "Das war quasi der Gang in eine neue Welt", berichtet der 63-Jährige. Außerdem verbindet ihn mit der Trabrennbahn eine ganz besondere Geschichte. Denn als Gastronom hatte er früher mit anderen Gastronomen aus der Stadt einen eigenen Renntag. "Da gab es dann Rennen, die nach den jeweiligen Kneipen benannt waren", erzählt er. "Daher habe ich eine besondere Verbindung zur Trabrennbahn." Wenn dort etwas Neues geschehe, dann wäre es ihm lieb, wenn nicht ausschließlich Wohnungen gebaut werden. "Man sollte auch etwas Raum für Natur lassen, sonst hat man irgendwann nur noch Wohnblöcke in der Stadt", sagt er.

Gegen das Ende der Trabrennbahn ist auch Gabriele Koslowski. "Die Trabrennbahn ist einer der Orte, an denen sich die Menschen in Dinslaken noch treffen. Gerade die ältere Generation", erklärt sie. "Es werden gerade den älteren Menschen immer mehr Anlaufpunkte weggenommen." In dieser Hinsicht wäre es ihr auch sehr wichtig, wenn man für Veranstaltungen wie den Trödelmärkten und der Martinikirmes, die jetzt an der Trabrennbahn sind, gut erreichbare Alternativen findet. "Wenn dort etwas neues entsteht, dann wäre es mir sehr wichtig, dass es auch einen Anlaufpunkt gibt, wo sich Menschen treffen können", sagt sie.

"Für Dinslaken ist die Trabrennbahn eine Institution, und ich finde es schade, wenn so etwas stirbt", sagt Marita Bohle. "Aber das ist wohl der Lauf der Zeit." Dass auf dem Platz neuer Wohnraum entstehen soll, wäre ihr recht, zumindest, wenn dieser auch bezahlbar ist. "Ich denke, der Bedarf an bezahlbaren Wohnungen ist höher, als an hochpreisigem Wohnraum", sagt sie. Dass die Martinikirmes wieder umziehen muss, findet sie schade. "Aber vielleicht wäre dafür auf dem ehemaligen Zechengelände in Lohberg ein guter Platz", sagt sie.

"Die Zeit der Trabrennbahnen ist vorüber", erklärt Egon Domnik auf das Thema angesprochen. "Das Gelände ist sehr groß, und ich denke, da sollte man lieber etwas Neues machen", sagt er. Das neben der Trabrennbahn gelegene Bärenkamp-Carrée findet er zum Beispiel sehr gelungen, wenn es um die Schaffung von neuem Wohnraum geht. "Die Preise sind da allerdings schon sehr hoch. Da sollte man lieber bezahlbare Wohnungen bauen", erklärt er. Auch er sieht allerdings in der angedachten Verlagerung der Martinikirmes ein Problem. "Die Situation mit dem großen Parkraum war dort ideal, und es wird ja auch der große Parkplatz wegfallen", sagt er. "Und mit Parkraum haben wir in Dinslaken ohnehin schon ein Problem."

Quelle: RP
 
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