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Dormagen
100 Spielplätze unter ständiger Kontrolle

Dormagen: 100 Spielplätze unter ständiger Kontrolle
Florian Ossendorf beim Drei-Monats-Check auf dem Spielplatz an der Paul-Ehrlich-Straße in Hackenbroich. Ein bis zwei Stunden ist er allein an diesem Platz beschäftigt, einer von rund 100 in Zuständigkeit von Stadt beziehungsweise Technischen Betrieben Dormagen. FOTO: LOTHAR BERNS
Dormagen. Die Technischen Betriebe kontrollieren wöchentlich, ob Handlungsbedarf besteht. Alle drei Monate gibt es gründliche Verschleißkontrollen, einmal im Jahr eine große Hauptuntersuchung. Vandalismus ist in Randlagen ein Problem. Von Stefan Schneider

Die Chaoten wissen, wo sie sich austoben können. Wenn sie ihrer Zerstörungswut auf einem Dormagener Spielplatz freien Lauf lassen wollen, suchen sie sich gern schlecht einsehbares Gelände aus - und solches, das abseits liegt. Doch die Technischen Betriebe (TBD) haben reagiert. "2014 haben wir an vielen Spielplätzen den Bewuchs zurückgeschnitten, damit besser zu sehen ist, was da vor sich geht", berichtet Bernd Lewerenz, zuständig für den Baubetriebshof der TBD. Zwar führt die Stadt laut Lewerenz keine Statistik zu Vandalismus auf Spielplätzen. Doch der Fachmann hat den Eindruck, dass sich die Situation gebessert hat. Ausgeräumt sind die Probleme nicht.

Der Spielplatz an der Paul-Ehrlich-Straße ist kein Sorgenkind: Die Fläche ist gut einsehbar, die soziale Kontrolle funktioniert offenbar. Gerade geht dort Florian Ossendorf in die Knie. Das gehört zu seinem Arbeitsalltag. Doch der 25-Jährige ist nicht etwa Boxer oder Fitnesstrainer. Der Delhovener zählt zum achtköpfigen TBD-Team, das regelmäßig die rund 100 Spielplätze in städtischer Verantwortung unter die Lupe nimmt. Um die Geräte auf Schäden oder Verletzungsgefahren untersuchen zu können, muss Ossendorf sie von allen Seiten ansehen - und eben auch von unten wie jetzt in Hackenbroich, wo er eine der Wippen für Kinder einer Prüfung unterzieht. Ossendorf ist mitten in einer sogenannten "Verschleißkontrolle": Bei dieser im Drei-Monats-Rhythmus stattfindenden Prüfung werden alle Spielplätze und deren gesamtes Interieur einschließlich Bänken, Abfalleimern und Zäunen gründlich durchgecheckt. Der Prüfer kontrolliert unter anderem, ob Spielgeräte Risse im Metall aufweisen und in welchem Zustand der Kunststoff ist. "Der Kunststoff wird irgendwann porös, die Metallteile setzen Rost an", erklärt Florian Ossendorf. Bei akuten Schäden wird sofort repariert, ist das nicht möglich, wird das betroffene Spielgerät so eingezäunt, dass es nicht mehr benutzt werden kann. "Rot-weißes Flatterband reicht da auf keinen Fall", betont der TBD-Mitarbeiter, der auch registriert, wenn sich künftige Schäden abzeichnen. Alle Kontrollen werden dokumentiert.

Viele Reparaturen werden in der Werkstatt der TBD erledigt. Ossendorf ist gelernter Tischlermeister, handwerkliches Geschick bringt er also mit. Auch sein Kollege Steven Grund hat das Schreinerhandwerk gelernt; beide sind für die Spielplatz-Checks zertifiziert und nehmen regelmäßig an Fortbildungen teil. Neben den Drei-Monats-Kontrollen fällt die Hauptuntersuchung in ihre Zuständigkeit. Diese umfassendste Prüfung findet für alle Spielplätze einmal im Jahr statt. Die wöchentlichen Sichtkontrollen der Areale, etwa auf Verschmutzungen oder Zerstörungen, erledigt ein sechsköpfiges Team, das von Ossendorf und Grund eingeteilt wird.

Ossendorf wirbt um Verständnis, dass nicht jedes defekte Teil sofort repariert und an seinen Platz zurückgebracht werden kann. Denn mitunter sind zu viele Geräte gleichzeitig kaputt - wenn auch in der Regel in verschiedenen Ortsteilen.

Quelle: NGZ
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