| 00.00 Uhr

Dormagen
124 Kinder dürfen nicht zur Wunschschule

Dormagen. Die Bertha-von-Suttner-Gesamtschule ist die am stärksten nachgefragte Schule, die neue Sekundarschule tut sich schwer. Deren Schulleitung und die SPD halten eine Umwandlung in eine zweite Gesamtschule für möglich. Von Klaus D. Schumilas

Bei gut 17 Prozent der Viertklässler, die ab Sommer eine weiterführende städtische Schule besuchen, gibt es lange Gesichter: Sie können nicht die Schule besuchen, die auf ihrem Wunschzettel ganz oben steht. Warum 96 Kinder sich neu orientieren mussten? Weil die beliebteste Schule, die Bertha-von-Suttner-Gesamtschule in Nievenheim, seit Jahren aus Kapazitätsgründen nicht alle Anmeldungen aufnehmen kann; weil Ähnliches auch in diesem Jahr für das Leibniz-Gymnasium gilt; weil die Realschule Hackenbroich einmalig eine Eingangsklasse weniger bildet. Die Schullandschaft in Dormagen ist stark in Bewegung, weil die prognostizierten Zahlen aus dem Schulgutachten von 2012 nicht mehr stimmen. Daher wird die Arbeitsgruppe Schulentwicklungsplan wieder aktiviert, die die neue Situation diskutieren soll. Und die SPD bringt die zweite Gesamtschule für Dormagen (wieder) ins Gespräch.

Carole Westerheide spricht von "gravierenden Änderungen in der Schullandschaft". Daher hält die schulpolitische Sprecherin der CDU die Einrichtung einer Arbeitsgruppe für notwendig, die "den Ist-Zustand darstellt und herausarbeitet, ob wir korrigierend eingreifen müssen". Der entsprechende Antrag wurde im Schulausschuss auch einstimmig angenommen. Für Westerheide wichtig: "Die Schulvielfalt in Dormagen muss erhalten bleiben und keine Schule darf in ihrer langfristigen Entwicklung gestört werden." Rotraud Leufgen (SPD) will noch vor den Sommerferien Ergebnisse sehen: "Wo sind welche Züge notwendig, wo Anbauten, wie viel Geld muss investiert werden, welche Kooperationen sind sinnvoll?"

Bei allen Diskussionen geht es um die fünf städtischen weiterführenden Schulen. Das Noirbert-Gymnasium, das gleichfalls Jahr für Jahr stark nachgefragt wird, ist in privater Trägerschaft und daher dem politischen Einfluss der Dormagener Schulexperten entzogen. Die Zahlen müssen dennoch mitbetrachtet werden.

Die Überlegungen gehen in eine noch ganz andere, konkretere Richtung: Laut Birgit Burdag, Vorsitzende des Schulausschusses, werden Überlegungen in die Richtung gehen, "über eine zweite Gesamtschule nachzudenken", so die SPD-Politikerin. Damit käme die Sekundarschule in Spiel. Die steht vor ihrem dritten Jahr und hat trotz anerkanntermaßen guter Arbeit noch nicht den Nerv der Dormagener getroffen. Nur 29 Kinder wurden dort angemeldet, erst durch Umschichtungen sind es jetzt 82. "Uns fehlt die öffentliche Anerkennung" sagt Schulleiterin Bettina Mazurek. "Wir werden immer noch stark mit der auslaufenden Hauptschule verbunden, dabei haben über 50 Prozent unserer Kinder eine Realschulempfehlung". Für Mazurek wäre die Umwandlung ihrer Schule in eine Gesamtschule, nachdem ab Klasse sieben eine Vierzügigkeit hergestellt ist, eine realistische Option: "Wir sind heute schon eine Gesamtschule, nur ohne Oberstufe." In Jüchen, Jülich und Düsseldorf hat es bereits solche Umwandlungen gegeben. "Danach stiegen die Anmeldezahlen deutlich." Eine Vierzügigkeit will Mazurek im nächsten oder übernächsten Schulausschuss beantragen. "Dann benötigt die Schule zusätzlichen Raum", gab Schuldezernent Robert Krumbein zu bedenken. Schulrätin Karin Roth-Junkermann prognostizierte wegen der Flüchtlingskinder ein "Platzproblem in der Sekundarstufe".

Quelle: NGZ
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Dormagen: 124 Kinder dürfen nicht zur Wunschschule


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.