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Dormagen
18-Jährige aus Rheinfeld unterrichtet in Ghana

Dormagen: 18-Jährige aus Rheinfeld unterrichtet in Ghana
Vorfreude: Delia Gerstenbergs Ziel am 1. September ist Ghana in Westafrika. Sie wird dort Acht- bis Zwölfjährige in Kunst und Englisch unterrichten. FOTO: Anja Tinter
Dormagen. Nach ihrem Abitur am Leibniz-Gymnasium wagt Delia Gerstenberg den Sprung nach Westafrika. Elf Monate will sie dort arbeiten. Von Vivien Wilson

Selbstbewusst und neugierig auf die Welt ist die 18-jährige Delia Gerstenberg, die in diesem Jahr ihr Abitur am Leibniz-Gymnasium in Knechtsteden bestanden hat. Doch anstatt wie viele ihrer Mitschüler nach der Schule erstmal Abstand zu gewinnen, Urlaub zu machen und vielleicht ein "Partyjahr" einzulegen, geht es für Delia nach dem Sommer direkt weiter mit der Schule. Aber nicht in Deutschland, sondern in Ghana. Und nicht, um in erster Linie selbst zu lernen, sondern um zu unterrichten.

Die Dormagenerin wird in einer 45.000 Einwohner großen Stadt im Süden des Landes, Agona Swedru, an der Swedru International School acht- bis zwölfjährige Schüler in den Fächern Englisch und Kunst unterrichten. Dabei kann sie ihre eigenen Sprachkenntnisse verbessern und sich auf diese Art und Weise ebenfalls weiterentwickeln. "Zwar ist die Amtssprache in Ghana Englisch, doch den Dialekt Fanti werde ich dort hoffentlich auch lernen", sagt sie.

Außerdem hat die 18-Jährige noch andere große Ziele: Denn nach ihrem Auslandsjahr, das vom Kolping-Jugendgemeinschaftsdienst unterstützt wird, möchte Delia Gerstenberg am liebsten International Communication studieren. Dafür ist ein Aufenthalt in einem englischsprachigen Land natürlich von Vorteil.

Aber noch andere Gründe bewegten die Abiturientin, nach Ghana zu gehen. "Neue Kulturen interessieren mich sehr, und ich möchte meinen Blickwinkel dafür und für die Menschen und ihre Sitten erweitern", erklärt sie. Warum es ausgerechnet Ghana sein soll, in dieser Hinsicht ist sich Delia auch sicher: "Ghana gehört zu den friedlichsten afrikanischen Ländern, ist demokratisch und akzeptiert die Frau in der Gesellschaft eher als andere afrikanische Länder."

Dennoch steigt die Nervosität so kurz vor ihrem Reiseantritt. Am 1. September geht es für die Dormagenerin los, und auch wenn Vorfreude und Neugier überwiegen, hat sie Respekt vor dem Ungewissen. Denn obwohl sie sich seit Monaten intensiv damit beschäftigt und im Juli ein zehntägiges Vorbereitungsseminar in Bonn besucht hat, weiß sie nicht genau, was sie erwartet.

Allerdings ist Delia vorbereitet, hat schon Gastgeschenke für die Familie besorgt, bei der sie wohnen wird, und musste zwölf verschiedene Impfungen über sich ergehen lassen. Finanziell unterstützt wird sie dabei von der Kolping-Stiftung, ebenso wie von der Organisation "Weltweiser", die 75 Prozent der Kosten für sie übernehmen. Den Restbetrag von 2250 Euro muss sie selbst aufbringen, weswegen Delia sich Hilfe vom Spenderkreis holt.

Delias Schwester, die selbst gerade ein Jahr in Kolumbien verbringt, hat Delia in ihrer Entscheidung aktiv unterstützt. Denn obwohl die Mutter besorgt war, beide ihrer Töchter auf anderen Kontinenten zu wissen, haben sich die beiden in ihrer Abenteuerlust gegenseitig angesteckt. Und auch wenn sich Delias weitere Pläne während des Jahres in Ghana verändern sollten, hat sie etwas geleistet, was nicht jedem leicht fallen würde und hat neue Lebenserfahrungen gesammelt, die ihr ein "Partyjahr" sicherlich nicht eingebracht hätten.

Quelle: NGZ
 
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