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Dormagen
29 Künstler beleuchten das "Menschsein"

Dormagen: 29 Künstler beleuchten das "Menschsein"
Susanne Tillmann vor einigen Werken der Schau "Menschsein - Teil 1" in der Alten Apotheke. Die Theologin hat die Ausstellung organisiert. FOTO: Anja Tinter
Dormagen. Die experimentelle Ausstellung in der Alten Apotheke zeigt: Jeder Mensch interpretiert das Menschsein für sich anders. Bei zwei Besinnungstagen und durch private Künstler sind viele unterschiedliche Werke entstanden. Von Melissa Hohnke

Bunte Farben, goldene Engel und viele unterschiedliche Motive: Dieses Bild zeigt sich jedem, der die "Alte Apotheke" in Dormagen betritt. Zurzeit findet dort die experimentelle Ausstellung "Menschsein-Teil 1" statt, die von Theologin Susanne Tillmann organisiert wird. 29 Künstler zwischen 30 und 80 Jahren nehmen mit ihren Werken an der Ausstellung teil. "Ich kenne viele Menschen, die gerne zeichnen. Manche machen es als Hobby, und anderen hilft es, wenn sie ihre Gefühle beim Malen ausdrücken können", erklärt Tillmann, die auch als Seelsorgerin mit vielen Menschen zusammen arbeitet. "Teilweise haben die Aussteller eine psychische Erkrankung, aber darauf soll nicht der Fokus liegen."

Die Idee zum Thema habe sich aus ihren Begleitungen von Menschen ergeben. "Menschsein bedeutet für die einen scheitern, für die anderen leben. Es gehören ganz unterschiedliche Zeiten dazu, und so sind auch unterschiedliche Werke entstanden", erzählt Tillmann. "Und gerade in der Weihnachtszeit finde ich das Thema sehr schön, da wir ja feiern, dass Jesus Mensch wird."

Innerhalb von zwei Besinnungstagen sind viele Werke zu den Themen "Vom Hören zum Sehen" und "Alles hat seine Zeit" entstanden. Unter anderem wurde auch die biblische Geschichte von Elia erzählt, den der Lebenswille verlassen hatte, bis Gott zu ihm sprach. Jeder Künstler hat diese Tage und das Thema Menschsein anders interpretiert. Was sofort ins Auge springt: die vielen Farben. Die Bilder sind lebensfroh gestaltet und zeigen mal den Anfang des Lebens mit Mutter und einem Neugeborenen, und mal Elia, der unter einem Busch in bunten Farben sitzt. In drei Minuten haben die Teilnehmer der Besinnungstage blind, zu Musik und Klangschalen-Tönen gezeichnet. "Durch diese Bilder sieht man: In drei Minuten kann was passieren", erklärt Tillmann. "Zeit ist vergänglich, das lernen wir immer wieder."

Passend zum Satz "Bilder drücken mehr aus als Worte" nutzen manche Teilnehmer die Ausstellung auch zur Trauerverarbeitung. Durch ihre Zeichnung wollen sie an kürzlich Verstorbene denken - wie eine Frau, die eine herabfallende Feder vor blauem Hintergrund gezeichnet hat, um an ihre verstorbene Freundin zu erinnern. Ein Bild sticht dabei heraus: Eine blaue Halbkugel, über der man die Sonne wandern sehen kann. Die Künstlerin möchte damit sagen: "Wenn die Sonne untergeht, geht sie auch wieder auf."

Teilnehmen konnte an der Ausstellung jeder. Es wurden Bilder abgegeben von Bekannten Tillmanns, von Café-Besuchern der "Alten Apotheke" und von professionellen Künstlern. Eines bringen alle gemeinsam zum Ausdruck: Jeder interpretiert das Menschsein für sich anders. Manche suchen den Bezug zu Gott, und viele verbinden ihr Sein mit der Natur. "Die Künstler freuen sich, wenn sie Menschen ihre Bilder zeigen können, da sie in ihnen so viel ausdrücken können", erklärt Tillmann und lädt dazu ein, die Ausstellung zu besuchen.

Quelle: NGZ
 
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