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Dormagen
365 Tage Erik Lierenfeld - eine Bilanz

Das ist Erik Lierenfeld - Bürgermeister aus Dormagen
Das ist Erik Lierenfeld - Bürgermeister aus Dormagen FOTO: L. Hammer
Dormagen. Heute vor einem Jahr trat Erik Lierenfeld sein Amt als Bürgermeister an - als jüngster Bürgermeister in Nordrhein-Westfalen. Die Aufgaben sind gewaltig: marode Finanzen, zu geringe Gewerbesteuer, der demografische Wandel. Von Klaus D. Schumilas und Carina Wernig

Am 25. Mai 2014 wurde Erik Lierenfeld (SPD) mit gerade einmal 27 Jahren bei der Kommunalwahl mit 52,1 Prozent sensationell schon im ersten Durchgang zum Bürgermeister gewählt. Am 23. Juni - heute vor einem Jahr - hatte er seinen ersten Arbeitstag. Die Ernennungsurkunde hatte er aus den Händen seines Amtsvorgängers Peter-Olaf Hoffmann erhalten. Die Redaktion hat wichtige Themenfelder einmal unter die Lupe genommen und die Arbeit Lierenfelds nach den ersten zwölf Monaten auf den Prüfstand gestellt.

Finanzen und Haushalt Die Stadt befindet sich im Haushaltssicherungskonzept, die finanzielle Lage ist schwierig. Das war auch vor seinem Amtsantritt der Fall. Aber die erste Haushaltseinbringung unter seiner Regie war ein Desaster, Lierenfeld räumte selbst Fehler ein. Das soll nun besser werden und eine "schwarze Null" präsentiert werden. Mit welchen Mitteln - Steuererhöhungen, Ausgabenreduzierungen, Einnahmeverbesserungen - daran wird derzeit gearbeitet. Die Vorlage des Entwurfs nach den Ferien wird für Lierenfeld zum finanzpolitischen Prüfstein.

Bürgermeister Lierenfeld ein Jahr im Amt - Dormagener ziehen Bilanz FOTO: Hammer, Linda

Verwaltung Mit Tempo hat Lierenfeld, der das Rathaus als Dienstleister und "Möglichmacher" positionieren will, verwaltungsintern Veränderungen vorgenommen. Der Fachbereich für "Bürger- und Ratsangelegenheiten" wurde neu geschaffen, zurzeit läuft die Strukturveränderung, bei dem die Dezernentenebene wegfallen soll. Eine sinnvolle Verschlankung, die jährlich 120 000 Euro einsparen hilft.

Ratsarbeit Ein "wertschätzendes Miteinander", das auch in einer Vereinbarung des Rates festgehaltenen wurde, und ein Arbeiten mit wechselenden Mehrheiten gab Lierenfeld als neue Richtschnur aus. Ein ehrenwertes Ansinnen. Die politische Wirklichkeit sah in den vergangenen Monaten anders aus. CDU, Zentrum und FDP haben in der Folge ein Bündnis geschlossen. Gleichwohl: Der Umgangston im Rat hat sich gegenüber der vergangenen Wahlperiode deutlich verbessert. Auch ein Verdienst Lierenfelds.

Bürgermeisterwahl in Dormagen: So jubelt Erik Lierenfeld FOTO: Hammer, Linda

Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing Dort besteht großer Handlungsbedarf, den Politik und Verwaltung erkannt haben. Zurzeit wird intern geprüft, wie eine neue Struktur aussehen kann. Von einer leistungsfähigen Wirtschaftsförderung hängt ganz entscheidend das Wohl der Stadt in den kommenden Jahren ab. Das Scheitern der Innenstadt-Werbegemeinschaft hat Lierenfeld maßgeblich verhindert, der Neustart von "CiDo" mitsamt des Kooperationsvertrags stockt indes.

Stadtplanung Ebenfalls ein wichtiger Faktor für die Zukunft. Lierenfeld muss es gelingen, die Interessen der Stadt bei der Aufstellung des Regionalplans angemessen einzubringen: mehr Wohn- und Gewerbeflächen. In seiner Ägide muss endlich die Entwicklung des Zuckerfabrik-Geländes Realität werden.

Ehrenamt und Bürgernähe Bereits von 2009 bis 2014 hatte Lierenfeld als ehrenamtlicher Vize-Bürgermeister die Stadt oft repräsentiert. Das hat sich seit seinem Amtsantritt nicht geändert, er hat mehrere hundert Außentermine wahrgenommen. Ein großes Plus ist seine Präsenz - und seine Bürgernähe: Er ist für die Dormagener bei vielen Gelegenheiten ansprechbar und geht selbst auf sie zu. Dass er Ehrenamtler wertschätzt, zeigt sich nicht nur durch seine Mitgliedschaft bei vielen Vereinen, sondern auch dadurch, dass er das vom damaligen Rat abgeschaffte "Büro für bürgerschaftliches Engagement" wieder eingesetzt hat. Zudem soll Bürokratie für Vereine abgebaut werden. Jetzt kommt ein Spagat auf ihn zu: Ehrenamtler trotz Sparkurs weiter zu unterstützen.

Quelle: NGZ
 
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