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Dormagen
4,5 Millionen für Sportplätze

Dormagen: 4,5 Millionen für Sportplätze
So sieht es auf der Sportanlage von Rheinwacht Stürzelberg (Archivbild) nach starkem Regen und nicht funktionierender Drainage aus.
Dormagen. Die fußballspielenden Vereine haben sich auf eine Rangliste geeinigt, nach der ihre Sportanlagen saniert werden sollen. In Stürzelberg geht es los. Von Klaus D. Schumilas

Für Stadtkämmererin Tanja Gaspers ist es eine "gute Vorlage für Politik und Verwaltung", was die heimischen Fußball-Verantwortlichen in den vergangenen Wochen auf die Beine gestellt haben. Vereinsvorstände haben zusammen mit der Sportverwaltung alle Fußballplätze unter die Lupe genommen und sind zu einem einhelligen Urteil gekommen: Die Anlage des SV Rheinwacht Stürzelberg ist die mit Abstand schlechteste! Was eigentlich ein deprimierendes Ergebnis für den Klub wäre, ist in diesem Fall ein Sieg: Die Rheinwacht wird von allen Vereinen auf Rang eins der Rangliste gesetzt, was bedeutet, dass der Verein ab kommendem Jahr eine neue Anlage erhält. Platz zwei nimmt der SSV Delrath ein, gefolgt von Rasensport Horrem, FC Delhoven, DJK SuS Gohr und TuS Hackenbroich. In dieser Reihenfolge sollen bis zum Jahr 2021 die Sportplätze saniert bzw. Aschen- in Kunstrasenplätze verwandelt werden.

In Stürzelberg herrscht zunächst einmal Erleichterung. "Jetzt haben wir etwas schwarz auf weiß", sagte Rheinwacht-Vorsitzender Michael Krause. "Das ist ein gutes Ergebnis und ein erster kleiner Schritt." Der Stürzelberger Sportplatz ist mit Abstand der marodeste unter allen Dormagener Anlagen. Davon überzeugten sich im Frühjahr auch die SPD und die Sportfraktion der CDU, die dort tagte und zuvor einen Rundgang durch die Anlagen machte: undichtes Dach, verrostete Rohre, kläglicher Zustand der Kabinen. Stürzelberg ist ein Sonderfall: Denn die Rheinwacht wird ihre Heimstätte verlassen müssen. Im Norden, auf einem Areal Am Weißen Stein wird eine neue Sportanlage entstehen und der bisherige Sportplatz für Wohnzwecke auf dem Markt angeboten. Krause geht von einem Baubeginn in 2016 und einer einjährigen Bauzeit aus. Kostenpunkt: 1,5 Millionen Euro.

Ein Sonderfall ist RS Horrem: Weil die Sportanlage am Max-Reger-Weg zur Schulsportanlage werden soll, wird sich der RS künftig seine Anlage mit der Türkischen Jugend teilen.

In einer eigens entworfenen Matrix konnten die Vereinsvertreter auf ihrer Tour von Sportplatz zu Sportplatz den Zustand bewerten. Dabei bekamen Gebäude (Sportheim) und Platz jeweils 40 Prozent Gewicht, die restlichen 20 Prozent verteilten sich auf Mannschaften im Spielbetrieb und Faktor Demografie als Kriterien. Die Sportpolitiker hatten sich auf dieses Vorgehen verständigt. Sie wollten selbst kein Ranking aufstellen, sondern die Bewertung denen überlassen, die tagtäglich damit zu tun haben. In der Hoffnung, dass unter dem Strich ein einvernehmliches Ergebnis steht.

Kämmerin Gaspers rechnet mit einem Aufwand von jeweils rund 600 000 Euro für die Umwandlung eines Aschen- in einen Kunstrasenplatz (alle ohne Umlaufbahn). Die von den Vereinen gewünschte Planungssicherheit kann Gaspers nicht geben: "Wir stellen dieses Ergebnis und die Kosten in den Haushaltsplan ein. Aber die Umsetzung hängt immer von der Finanzlage ab." Sie fordert die Vereine gleichwohl auf, sich auf die Sanierung einzustellen und ihren Teil dazu beizusteuern. Denn das Gesamtprojekt fußt auf der Grundlage, dass die Vereine 15 bis 20 Prozent der Gesamtkosten als Eigenleistung beisteuern - mit Geld oder per Muskelkraft. So wie dies bereits der VdS Nievenheim und der FC Straberg getan haben. FC-Vorsitzender Josef Schoos rät daher auch seinen Vereinskollegen, frühzeitig die Weichen zu stellen: "Welche Eigenleistungen sind bei uns möglich, welche Spender können wir ansprechen? Man kann sich als Verein schon gut darauf vorbereiten." Straberg steuerte am Ende fast 150 000 Euro bei.

Quelle: NGZ
 
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