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Dormagen
83 neue Flüchtlinge in der Turnhalle

Dormagen: 83 neue Flüchtlinge in der Turnhalle
Ende Juli: Die ersten Flüchtlinge kommen in die Notunterkunft. FOTO: ati
Dormagen. Stadtverwaltung prüft größere Gebäude für zukünftige Unterbringung.

83 neue Flüchtlinge sind gestern gegen zwei Uhr morgens an der Beethovenstraße angekommen. Vom Fernbahnhof Düsseldorf waren sie in zwei Bussen in die Erstaufnahmestelle des Landes nach Dormagen gebracht worden.

"Es sind vor allem junge Leute, die jetzt angekommen sind", sagt Carlo Hahn, Stadtbeauftragter der Malteser in Dormagen. Seit Anfang des Monats ist der Malteser-Hilfsdienst für die Einrichtung in der Turnhalle zuständig. Die Menschen seien vollkommen übermüdet gewesen, sagt Hahn. Von den Mitarbeitern des Malteser-Hilfsdienstes und einem eilends zusammengerufenen Team der Stadtverwaltung wurden die Flüchtlinge mit dem Notwendigsten versorgt und ihnen Schlafplätze zugewiesen. Einige hätten sich nach der ersten Registrierung direkt hingelegt und geschlafen, so Hahn. "Das lief alles sehr ruhig und geordnet ab. Nur eine Frau war so entkräftet, dass sie ins Krankenhaus gebracht werden musste", sagt Bürgermeister Erik Lierenfeld.

Wie die Stadtverwaltung mitteilt, seien ausreichend Plätze in der Notunterkunft frei gewesen, da die dort zuvor untergebrachten Flüchtlinge größtenteils schon auf reguläre Unterkünfte in anderen Städten Nordrhein-Westfalens verteilt worden waren. Unter den Neuankömmlingen befänden sich 73 Syrer, vier Flüchtlinge aus dem Kamerun und sechs aus Indien und Bangladesch. Gestern wurden die Flüchtlinge dann im Laufe des Tages medizinisch untersucht und aufenthaltsrechtlich registriert. "Wir sind in der Flüchtlingsfrage täglich vor neue Herausforderungen gestellt, die wir aber weiter professionell und engagiert bewältigen", sagt der Bürgermeister. Eine Task Force der Stadtverwaltung habe inzwischen geprüft, welche größeren Gebäude im Stadtgebiet ebenfalls für die Unterbringung von Flüchtlingen in Frage kommen könnten. "Wir werden dazu nun Ortstermine mit der Bezirksregierung machen und dann informieren, welche Gebäude aus unserer Sicht geeignet sind", teilt Lierenfeld mit.

Die Atmosphäre in der Unterkunft an der Beethovenstraße bezeichnet Carlo Hahn als entspannt. Für die Versorgung der Flüchtlinge hatte der Malteser-Hilfsdienst einen Caterer engagiert. Meist stehen Fisch und Huhn auf dem Speiseplan. Montags bis freitags von 14 bis 16 und samstags von 9 bis 12 Uhr geöffnet sind in der benachbarten Realschule am Sportpark auch drei Räume, die augenblicklich als Kleiderkammer genutzt werden. "Vier bis fünf Mitarbeiter von uns sind dann da, um Spenden anzunehmen und Kleidung auszugeben", sagt Claudia Manousek, Vorsitzende der Dormagener Tafel.

Die Landesaufnahmestelle in Dormagen an der Beethovenstraße war Ende Juli innerhalb von acht Stunden auf Amtshilfeersuchen für das Land eingerichtet worden.

(goe)
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