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Dormagen
A 57: Stadt darf für Knechtsteden werben

Dormagen. Nach langem Ringen hat Dormagen die Freigabe der Bezirksregierung Düsseldorf für ein touristisches Schild erhalten. Von Stefan Schneider

Die Stadt ist ihrem Ziel, noch mehr Besucher nach Dormagen zu locken und so den örtlichen Tourismus zu stärken, einen wichtigen Schritt näher gekommen. Die Bezirksregierung Düsseldorf habe zugesagt, dass an der Autobahn 57 eine der großen braunen Hinweistafeln aufgestellt werden darf, auf denen für Sehenswürdigkeiten geworben wird, teilte Bürgermeister Erik Lierenfeld gestern beim Neujahrsempfang der Stadt in Gohr mit. Die Tafel soll das Interesse auf das Kloster Knechtsteden lenken. Ein Entwurf der Dormagener Agentur Coma wurde den Besuchern im Festzelt in Gohr gleich präsentiert.

Auf die Zollfeste Zons weist ein solches Schild bereits seit dem Jahr 2004 hin. Doch der erste Versuch vor fünf Jahren, dies auch für das Kloster genehmigt zu bekommen, blieb erfolglos, weil das zuständige Verkehrsministerium und der Landesbetrieb Straßen.NRW den Antrag ablehnten. Begründung damals sei die angeblich mangelnde überregionale Bedeutung des Klosters gewesen, berichtete der Vorsitzende des Fördervereins für das Missionshaus des Spiritanerordens in Knechtsteden, Hermann-Josef Lenz. Zudem seien fehlende Angebote für spontane Besucher und eine nicht ausreichende touristische Erschließung kritisiert worden.

Spiritanerorden und Förderverein, Bürgermeister Lierenfeld, Tourismusmanager Guido Schenk und die Abteilung Öffentlichkeitsarbeit im Rathaus um Harald Schlimgen hatte dies jedoch nicht ruhen lassen. Im vergangenen Sommer war ein neuer Antrag gestellt worden. Stephan Großsteinbeck, Vorstandsmitglied im Förderverein, hatte Argumente für die Hinweistafel aufgelistet, die 18 Seiten füllten und sowohl den Vorwurf der mangelnden Bedeutung, als auch jenen fehlender touristischer Angebote entkräfteten.

Hermann-Josef Lenz hatte aus einem Gutachten des Landschaftsverbandes Rheinland zitiert: "Kloster Knechtsteden ist eines der großen Beispiele einer kirchenhistorischen Epoche und in fast allen Teilen noch gut erhalten. Im Vergleich ist es berechtigt, beispielsweise auf Kloster Maria Laach zu verweisen." Unterstützung leistete auch Spiritanerpater Hermann-Josef Reetz, der unlängst einen Klosterführer verfasst hat. Er bezeichnete die ab 1138 errichtete romanische Basilika als "stilbildend für viele Kirchen im Rheinland".

Neben Kloster und Basilika gibt es in Knechtsteden nachweislich ein großes Freizeitangebot - angefangen bei Theatersommer, Festival Alte Musik und Ausstellungen über den Lehrpfad der Biologischen Station, den Kräutergarten und das Ringelnatterprojekt bis hin zu Klosterladen, Kinderspielplatz und diversen Märkten. All das hat nun offensichtlich die Bezirksregierung Düsseldorf überzeugt.

Warum es für den Tourismus wichtig ist, dass Dormagen die Tafel bekommt, belegt eine eindrucksvolle Zahl. Laut Bürgermeister Lierenfeld kommen auf der Autobahn 57 jeden Tag rund 70.000 Fahrzeuge vorbei. Deren Insassen sind ein großes Besucherpotenzial.

Quelle: NGZ
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