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Dormagen
A57-Brücke wird ab Montag zerlegt

A57: Chronik der Ereignisse
A57: Chronik der Ereignisse FOTO: Dieter Staniek
Dormagen. Nach längerer Arbeitspause auf der A57-Baustelle geht es in der kommenden Woche weiter. Die Behelfsbrücke wird demontiert und parallel die Vorbereitungen für den Neubau begonnen. Fertigstellung ist für Herbst/Winter 2017 avisiert. Von Klaus D. Schumilas

Es war ein Schauspiel, das sich weitestgehend im Verborgenen abspielte. Während nur wenige Schritte nebenan Autos und Lastwagen auf den Behelfsbrücken und -spuren Richtung Köln und Krefeld fuhren, wurde das 244 Tonnen schwere und 42 Meter lange Stahlgerüst mit Hilfe von Luftpolstern angehoben.

"Auf Schreibtischhöhe", sagt Stephan Huth, Projektleiter in der Autobahn-Niederlassung Krefeld. Ab Montag beginnt dann konkret der Abbau dieser Behelfsbrücke, ehe der Neubau starten kann. Laut Huth hält der Landesbetrieb Straßen-NRW am Zeitplan fest, wonach das komplette neue Brückenbauwerk mit sechs Fahrstreifen "im Herbst oder Winter 2017" fertig ist.

Gut erkennbar ist, dass die Behelfsbrücke zurzeit angehoben ist. Sie wird ab Montag auf Rollen hinaus gezogen und zerlegt. FOTO: Anja Tinter

Es wird sorgsame Kleinarbeit vonnöten sein, um diese Brücke - eine von drei Behelfsbrücken an dieser Stelle - zu zerlegen und so in den "Heimathafen", das Brückenlager von Straßen-NRW in Schiefbahn, zu transportieren. Nach Aussage von Experte Huth werden dafür 30 Lkw-Ladungen notwendig sein.

Er erklärt: "Die Brücke wird komplett in kleine Einzelteile zerlegt. Das ist sehr aufwendig, weil es unter anderem eine Vielzahl von Schrauben und Muttern sind, die gelöst werden müssen." Diese Kleinteile und die Brückenelemente selbst werden zudem an Ort und Stelle gereinigt und geölt, so dass sie in Schiefbahn direkt ins Regal gelegt werden können und für den nächsten Einsatz bereit sind.

A57: 80-Tonnen-Bagger reißen Brücke ab FOTO: Martin van der Pütten

"Es ist schließlich alles Eigentum der Bundesrepublik Deutschland", betont Huth. Aufgrund der Kleinteiligkeit rechnet Huth mit einer Dauer von sechs Wochen, bis dieser Brückenteil verschwunden ist. "Der Aufbau 2012 ging schneller, damals war natürlich auch ein anderer Zeitdruck dahinter, weil diese Brücke schnellstmöglich installiert werden musste." Die angehobene Brücke wird nächste Woche auf kleine Stahlrollen geschoben, die bereits in Position liegen.

Parallel zum Abbau wird bereits mit den Vorbereitungen für den Neubau begonnen. Das geschieht auf der "Kölner Seite" der Brücke, also Richtung Dormagen. Dort geht es zunächst einmal um Erdarbeiten, die alten Fundamente der Brücke müssen beseitigt werden, und eine neue Baugrube eingerichtet werden. Auf Seiten von Straßen-NRW ist man zuversichtlich, die Arbeiten ab Februar/März gut vorantreiben zu können. Ein Hindernis könnte lediglich ein starker Wintereinbruch sein, "aber damit rechnen wir nicht", sagt Projektleiter Huth.

Der grobe Zeitplan sieht so aus, dass die neue Brücke Richtung Köln in diesem Jahr fertiggestellt werden kann. Danach kann der Süd-Nord-Verkehr Richtung Neuss und Krefeld umgelegt und das zweite Brückenteil ab Frühjahr 2017 gebaut werden. Die Arbeiten werden in einer Arbeitsgemeinschaft durch das Brückenbauunternehmen Züblin sowie den Tiefbauexperten Dr. Fink-Stauf ausgeführt. Bis zur Fertigstellung gegen Ende 2017 ist es nicht vorgesehen, dass der laufende Verkehr einmal unterbrochen werden muss. Danach wird der Verkehr jeweils zweispurig über die Brücke rollen, bis der A 57-Ausbau Dormagen erreicht.

Quelle: NGZ
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