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Dormagen
Abi-Prüfungsaufgaben liegen sicher im Safe

Dormagen. 413 Schüler sind es, die in Dormagen noch bis zum 19. April ihre Abi-Klausuren schreiben. Die Aufgaben werden eingeschlossen. Von Anneli Goebels

Das, was sich gestern landesweit in allen Schulen, an denen das Abitur gemacht werden kann, zwischen 12 und 12.15 Uhr abspielte, wird sich bis zum 19. April noch einige Mal wiederholen: Schulleiter und ein weiteres Mitglied des Kollegiums, in der Regel Stellvertreter oder Oberstufenkoordinator, sitzen vor dem Computer und warten auf den Startschuss zum Download, den das Schulministerium gibt. Gestern waren es die Aufgaben für das Fach Deutsch, mit dem der Klausurmarathon für die Zwölft-und 13.-Klässler begann.

Die Aufgaben - im Fall "Deutsch" standen drei verschiedene Themen zur Auswahl - wurden heruntergeladen und dann entsprechend der Schüleranzahl kopiert. "Das haben natürlich auch der Schulleiter Johannes Gillrath und ich gemacht", sagt Reiner Kohl, Oberstufenkoordinator am Norbert-Gymnasium. Es gilt das Vier-Augen-Prinzip. Weitere Lehrpersonen, damit es vielleicht schneller geht, sind nicht zugelassen. "Der Kopierer wird in diesen beiden Wochen auch nur für die Prüfungsaufgaben genutzt", erklärt Kohl weiter. Der Raum, in dem der steht, sei verschlossen. Nichts anderes dürfe in diesen Tagen dort vervielfältigt werden, und niemand außer den beiden dürfe ihn betreten.

Sind die Kopien gemacht, kommen sie in einen Umschlag, der vom Schulleiter versiegel und dann in einen Safe gelegt wird. Am nächsten Morgen warten Fachlehrer und Schüler in den Klassen dann darauf, dass der Schulleiter oder seine Stellvertretung in die Klasse kommt, das Siegel aufbricht, die Kopien herausholt und verteilt - das Schicksal nimmt seinen Lauf...

Was die Schüler mit in die Klausuren nehmen dürfen, ist auch streng geregelt. "Einen Stift, etwas zu essen und ein Getränk", sagt Theodor Lindner, Leiter des Bettina-von-Arnim-Gymnasiums. "Und ein Stofftier oder einen anderen Glücksbringer", fügt er schmunzelnd hinzu. Das allerdings im Rahmen. Ein lebensgroßer Schmusetiger ist da wohl eher fehl am Platz. Was nicht in die Hosentasche gehört, ist ein Handy oder Smartphone. "Keine Speichermedien", so Lindner. Die sind vorher abzugeben oder am Besten erst gar nicht mitzubringen. "Wer ein zweites Handy dabei hat, das plötzlich klingelt, muss damit rechnen, dass ihm das als Täuschungsversuch ausgelegt wird", sagt Lindner. Für den ist die Prüfung dann vorzeitig zu Ende.

Klausurbögen, Wörterbücher, Lektüren oder andere Arbeitsmaterialien (zum Beispiel für das Fach Kunst) werden den Schülern gestellt, sie sind abgestempelt, können also nicht ausgetauscht werden. 255 Minuten dauern die Leistungskurs-Klausuren, 180 Minuten die im Grundkurs. Morgen geht es weiter mit Spanisch, am Freitag sind die Gesellschaftswissenschaften an der Reihe. Das Schlusslicht der schriftlichen Prüfungen bilden am 19. April die Naturwissenschaften. Welche Aufgaben kommen, wissen auch nicht die Fachlehrer. Sie sehen sie am jeweiligen Klausurtag genauso zum ersten Mal wie die Schüler. Wobei es durchaus sein kann, dass ein Thema ein Kollege der eigenen Schule vorgeschlagen hat.

Quelle: NGZ
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