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Dormagen
Abwasser: Gebühr könnte 2018 steigen

Dormagen: Abwasser: Gebühr könnte 2018 steigen
FOTO: A. Tinter
Dormagen. Der Stadtrat hat die Abrechnung der Abwasserentsorgung für 2016 genehmigt. Die weist ein Defizit von 301.000 Euro aus, die wesentlich durch Unterdeckungen aus Vorjahren entstanden ist. Den Dormagenern droht damit eine Erhöhung der Abwassergebühr. Von Klaus D. Schumilas

Die Wirtschaftsrechnung der Technischen Betriebe Dormagen (TBD) für den Bereich Abwasserentsorgung passierte zwar ohne Diskussionen den Stadtrat. Das Thema bleibt aber brisant: Denn vielleicht schon für 2018, aber wahrscheinlich in den nachfolgenden Jahren werden die Dormagener eine höhere Abwassergebühr bezahlen müssen. Denn die Betriebsrechnung weist gegenüber der Kalkulation eine Abweichung von rund 301.000 Euro aus. "Die Gründe dafür liegen im Wesentlichen in der Auflösung von Unterdeckungen aus den Vorjahren in Höhe von 295.000 Euro", erklärt Beigeordnete Tanja Gaspers in der Vorlage. Die Dormagener könnten eine Gebührenerhöhung verschmerzen, gehört die Stadt im Vergleich mit anderen Kommunen zu den günstigeren.

"Unterdeckungen werden von dem allgemeinen Haushalt aufgefangen oder sorgen in der Gebührenkalkulation für eine Erhöhung in den nächsten Jahren", sagt ein Sprecher des Bundes der Steuerzahler NRW. Für den Ausgleich von Unter- oder Überdeckungen hat eine Kommune vier Jahre Zeit. Das Defizit in Dormagen liegt, so sagen die TBD, am "grundsätzlichen Trend zum Rückgang der Frischwasserbezüge". Sie sind die Grundlage für die Erhebung der Schmutzwassergebühren. "Im Ergebnis kann dies zu weiteren Anhebungen der Schmutzwassergebühr in den nächsten Jahren führen." Im Kreisvergleich liegt Dormagen gut: Für einen Kubikmeter Abwasser sind 1,99 Euro zu bezahlen. Ebenso wie in Grevenbroich. In Neuss sind es mit 2,92 Euro deutlich mehr, Spitzenreiter im Rhein-Kreis ist Jüchen mit 3,19 Euro.

Mit den Wasser- und Abwasserentgelten dürfen die Gemeinden keine Gewinne erzielen, sondern haben alle Kosten abzudecken, die ihnen entstehen. Kostentreiber sind dabei die Unterhaltung und der Ausbau zum Beispiel des Kanalnetzes, der Kläranlagen, der Pumpwerke und der Rückhaltebecken sowie der Wassergewinnungsanlagen. Diese Kosten fallen unterschiedlich aus, wenn zum Beispiel viel Höhe mittels Pumpen überwunden werden muss oder in einer flächigen Gemeinde große Kanalnetze benötigt werden. In der Betriebskostenabrechnung fällt bei den Pensions- und Beihilferückstellungen ein Minus von fast 123.000 Euro auf. Die Steigerungen begründen sich laut TBD im Wesentlichen durch "rückwirkende Besoldungserhöhungen sowie den stark rückläufigen Diskontzinssatz". Für 2017 sind 250.000 statt 50.0000 Euro etatisiert. Bei der Unterhaltung der Abwasseranlagen wurden im Gegensatz zum Ansatz von 656.000 Euro ca. 103.500 Euro mehr verausgabt. Gründe hierfür sind unter anderem höhere Strombezugskosten sowie Mehrbeschaffungen bei den Schachtabdeckungen. Zudem verursachten Grünpflegearbeiten auf den Pumpstationen Kosten, die bisher nicht im Ansatz kalkuliert waren.

Auch wenn der rückläufige Frischwasserverbrauch Kosten verursacht, sagt die TBD: "Wassersparen lohnt sich für den Einzelverbraucher trotzdem."

Quelle: NGZ
 
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