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Dormagen
Ärzte wenden sich in Sorge um Palliativmedizin an Gröhe

Dormagen. Für die Verantwortlichen des Praxisnetz- und Palliativteam Dormagen war es der perfekte Moment, um ihr Anliegen zu platzieren: Sie baten Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe am Rande einer Veranstaltung der Konrad-Adenauer-Stiftung in Knechtsteden zum Gespräch. Die Mediziner Matthias Breise, Peter Tosetti, Patrick Bergrath und Udo Kratel suchten den aus ihrer Sicht dingend notwendigen Gedankenaustausch mit Gröhe. Thema des Gesprächs war die mehrfach mit Anerkennungspreisen ausgezeichnete ambulante Palliativ-Versorgung in Dormagen, die - so die Befürchtung der Mediziner - durch eine Novellierung auf Bundesebene in existenzielle Gefahr geraten könnte.

Seit 2006 wurden in Dormagen Ärztlich-Pflegerische Netzwerke der Allgemeinen (AAPV), später auch der Spezialisierten Palliativ-Versorgung (SAPV) gegründet, die die 24-Stunden-Betreuung der Schwerstkranken und sterbenden Patienten im häuslichen Umfeld an der Seite der Hospizbewegung Dormagen sicherstellen. "Die in Sonderverträgen mit der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein geregelte qualifizierte Palliativ-Versorgung steht nunmehr auf dem Prüfstand", sagt Pressesprecher Dr. Norbert Sijben, da zum 1. Juli bundesweit eine Neuregelung in Kraft getreten ist, die keine Netzwerkstrukturen bzw. keine "Qualifizierten Palliativärzte" mit zentraler Koordination in der allgemeinen Palliativ-Versorgung mehr vorsieht.

Gröhe, der das 2015 im Bundestag verabschiedete "Hospiz- und Palliativgesetz" auf den Weg brachte, teilte die Sorgen der vier Dormagener Ärzte und sicherte zu, sich als zuständiger Bundesminister mit den verantwortlichen Stellen in Bund und Land in Verbindung zu setzen und die Dormagener Palliativnetzwerke von AAPV und SAPV weiter zu unterstützen.

(schum)
 
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