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Dormagen
Afrika-Experte gibt WM-Tipps

Dormagen: Afrika-Experte gibt WM-Tipps
Michael Iwanowski: Der Dormagener Reisebuch-Verleger hat jetzt auch einen Kulturführer für Südafrika-Reisende herausgebracht. FOTO: Iwanowski's Reisen
Dormagen. Der Dormagener Reiseveranstalter und Südafrika-Kenner und -Liebhaber Michael Iwanowski ist zwiegespalten, wenn er an die kommende Fußball-Weltmeisterschaft denkt. Warum? Das erklärt er hier. Von Stephanie Lichius-Engels

"Woza!" heißt in der Sprache der Zulus "Komm her und sieh!" Und wer nach Südafrika reist, der merkt schnell, wie viel es dort zu sehen und zu erleben gibt. Einer, den das Land fasziniert hat wie kaum ein anderes, ist Michael Iwanowski (61). Der Dormagener Reiseveranstalter ist regelrecht verliebt in Land und Leute. Das sieht man ihm an, wenn er über "sein" Südafrika spricht, das hört man heraus.

Der Fußball-Weltmeisterschaft auf dem schwarzafrikanischen Kontinent sieht der Experte mit einem lachenden und einem weinenden Auge entgegen. "Für die Menschen bedeutet die Austragung dieses wichtigen Turniers eine große Anerkennung und Hommage an die Politik des Landes. Aber man muss sich schon auch fragen, ob es in einem Land, in dem viele Leute keinen festen Wohnsitz und fast 50 Prozent der Schwarzen kein Arbeit haben, sinnvoll ist, so viele Steuergelder in den Auf- und Ausbau der WM-Stadien zu stecken. Wäre das Geld nicht besser in Schulen, Brunnen oder eine vernünftige Kanalisation investiert?"

Dem "Normalo"-Touristen rät Iwanowski sowieso, das Land erst nach dem Fußball-Spektakel zu bereisen. "Da herrscht jetzt Goldgräberstimmung. Selbst die "Bed & Breakfast"-Hotels verlangen Mindestbelegungszeiten. Die Preise sind quasi explodiert." Ansonsten, sagt der Verleger, seien die Einheimischen "ein extrem freundliches Völkchen. Gastfreundlich und stolz. Ein Lachen wird mit einem Lachen erwidert, ein Witz mit einem Witz."

Trotzdem sollte man ein paar ganz wichtige Dinge beachten. "Vor allem in den Städten muss man viel vorsichtiger sein als bei uns", rät der Dormagener. "Dort herrscht ein unheimlich starkes ökonomisches Gefälle mit viel Beschaffungskriminalität. Nicht, um an Drogen zu kommen, sondern für's tägliche (Über-)Leben." Dicke Autos, teure Uhren, Safari-Kleidung in der Stadt: All das sollte man sein lassen. "Man kommt auch schnell in Geber-Laune", warnt Iwanowski. "Die fünf Rand, die ein Zimmermädchen als Trinkgeld bekommt, sind umgerechnet 50 Cent. Da schmeißt man schnell mal mit Geld um sich, weil einem alles so billig vorkommt." Damit aber entwerte man die Arbeit der Menschen.

Was man unbedingt machen sollte: Eine Tour durch die Townships. "Da sieht's wirklich furchtbar aus, aber es ist faszinierend zu sehen, dass die Infrastruktur reibungslos funktioniert. Und in den Hütten herrscht oft penibelste Sauberkeit."

Quelle: NGZ
 
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